Brennpunkte

Türkei kündigt Militärübung vor Zypern an

Im östlichen Mittelmeer eskaliert seit Wochen ein Erdgas-Streit zwischen Griechenland und der Türkei. Eine neue Ankündigung aus Ankara wird dabei nicht für Beruhigung sorgen.



Streit um Erdgas im östlichen Mittelmeer
Das zur Suche nach Erdgas eingesetzte türkische Forschungsschiff «Oruc Reis» (M) fährt Anfang August in Begleitung türkischer Kriegsschiffe über das Mittelmeer. Der Streit zwischen der Türkei und Griechenland eskaliert weiter.   Foto: -/IHA/AP/dpa

Inmitten des Streits um die Erdgassuche im östlichen Mittelmeer hat die Türkei eine Militärübung vor Zypern angekündigt. Unter dem Namen «Mittelmeer-Sturm» soll sie am Sonntag beginnen und bis Donnerstag dauern, wie das türkische Verteidigungsministerium mitteilte.

Es sollen auch Einheiten aus dem türkisch kontrollierten Nordzypern teilnehmen. Ziel sei es, «wechselseitiges Training, Kooperation und Interoperabilität» zwischen dem türkischen Festland und dem Truppenkommando auf der geteilten Mittelmeerinsel zu verbessern, hieß es weiter.

In einem Telefonat mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg forderte der griechische Außenminister Nikos Dendias am Samstag erneut, dass die Türkei die Spannungen im östlichen Mittelmeer abbauen müsse. Das teilte das griechische Außenministerium nach dem Telefonat in einem Tweet mit.

Im Laufe der Woche hatte es seitens Griechenland Verstimmungen wegen einer Äußerung Stoltenbergs gegeben, wonach Athen und Ankara im Rahmen der Nato bereit zu sogenannten technischen Gesprächen seien, um die angespannte Situation zu entschärfen. Athen hatte daraufhin mehrfach betont, bevor es Gespräche geben könne, müsse die Türkei sämtliche Schiffe aus der ausschließlichen Wirtschaftszone Griechenlands abziehen.

Im östlichen Mittelmeer eskaliert seit Wochen der Streit zwischen den Nato-Partnern Griechenland und Türkei um Erdgas in dem Seegebiet. Griechenland bezichtigt die Türkei, vor griechischen Inseln illegal Vorkommen zu erkunden. Die Regierung in Ankara weist die Vorwürfe hingegen zurück und vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer, in denen probeweise nach Erdgas gebohrt wird, zum türkischen Festlandsockel gehören. Im Zuge von Militärmanövern war es zuletzt sogar zu einer Kollision zwischen einem griechischen und einem türkischen Kriegsschiff gekommen.

Die Insel Zypern ist seit einer türkischen Militärintervention 1974 geteilt. Im Norden wurde mit türkischer Hilfe eine Türkische Republik Nordzypern eingerichtet, die jedoch nur von Ankara anerkannt wird. Dort sind auch türkische Truppen stationiert. Die Gesamtinsel wird als Republik Zypern international anerkannt und ist seit 2004 EU-Mitglied.

© dpa-infocom, dpa:200905-99-442025/4

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Veröffentlicht am:
05. 09. 2020
15:36 Uhr

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05. 09. 2020
15:36 Uhr