Brennpunkte

WHO zollt Krankenschwestern und Pflegern Respekt

Ohne das Krankenpflegepersonal ist der Kampf gegen Epidemien aussichtslos, wie die UN-Organisation unterstreicht. Sie fordert neben Anerkennung für die Schwestern und Pfleger weltweit noch etwas anderes: Investitionen.



Pflege
Laut Bericht der WHO fehlen weltweit 5,9 Millionen professionelle Krankenschwestern und Pfleger.   Foto: Tom Weller/dpa » zu den Bildern

Weltweit fehlen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 5,9 Millionen professionelle Krankenschwestern und Pfleger. Das geht aus einem Bericht der UN-Organisation hervor, der in Genf veröffentlicht wurde.

Derzeit arbeiten demnach 27,9 Millionen Menschen in Pflegeberufen, nur 19,3 Millionen davon sind auch in diesen Berufen ausgebildet worden. Der Mangel an Pflegekräften ist zwischen 2016 und 2018 weltweit gesehen leicht gesunken. 90 Prozent der Pflegekräfte sind laut dem Bericht weiblich.

«Pflegekräfte sind das Rückgrat jedes Gesundheitssystems. Heute finden sich viele davon an vorderster Front im Kampf gegen Covid-19», sagte WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die Lungenkrankheit Covid-19 wird durch das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöst, gegen das sich derzeit Länder in aller Welt mit teils strikten Maßnahmen stemmen.

Auch das Europa-Büro der Organisation würdigte die Arbeit des Pflegepersonals. Ohne Krankenschwestern, Hebammen und andere Gesundheitsmitarbeiter könnten Länder ihren Kampf gegen Krankheitsausbrüche nicht gewinnen, teilte das Regionalbüro anlässlich des Weltgesundheitstages in Kopenhagen mit.

«Unser Kampf gegen Covid-19 hat noch einmal gezeigt, wie grundlegend der Pflegeberuf für die Gesellschaft und für uns alle ist», erklärte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge. «Konfrontiert mit den außergewöhnlichsten Umständen und schwierigsten Arbeitsbedingungen sind Krankenschwestern in der europäischen Region und auf der ganzen Welt der Herausforderung mit Mut, Mitgefühl und Professionalität begegnet.» Dafür verdienten sie größten Dank und Respekt. Zugleich forderte sein Büro Regierungen dazu auf, mehr in die Aus- und Weiterbildung sowie Anstellung von Krankenschwestern und -pflegern zu investieren.

«Engpässe beim Pflegepersonal kosten Leben», sagte Howard Catton, Geschäftsführer des Weltbundes für Krankenschwestern und Krankenpfleger. «Die Sterberaten sind überall da höher, wo es zu wenig Krankenschwestern und Pfleger gibt.» Die Länder sollten daher auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für diese Berufsgruppe ernster nehmen. «Die Krankenschwestern und Pfleger auf der ganzen Welt brauchen eine Verbesserung bei der Bezahlung», erklärte Catton.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
07. 04. 2020
14:24 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitsbedingungen Hebammen Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger Krankenschwestern Pflegeberufe Pflegepersonal Unterorganisationen und Teilinstitutionen der Vereinten Nationen Weltgesundheitsorganisation
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Corona

27.10.2020

Erste Intensivstationen in Europa überlastet

Zu wenig Intensivbetten, Mangel an Personal: Viele Ländern scheinen dem Ansturm der Corona-Patienten nicht mehr lange standhalten zu können. Auch die WHO warnt vor Überlastungen der Krankenhäuser. » mehr

Ermittlungen gegen Krankenpfleger

11.11.2020

Ermittlungen wegen Mordversuchs gegen Krankenpfleger

Gute medizinische Versorgung, umsichtige Pflege - das erhofft man sich im Krankenhaus. Für drei Patienten in München wurde der Klinikaufenthalt allerdings zur Gefahr. Der Grund: Ein Pfleger, dem drei Mordversuche vorgewo... » mehr

Friedensnobelpreis für das Welternährungsprogramm

09.10.2020

Friedensnobelpreis für UN-Welternährungsprogramm

UN-Organisationen haben es in Zeiten von Donald Trump nicht leicht. Umso wichtiger findet es das Nobelkomitee, eine solche Einrichtung mit dem Friedensnobelpreis zu ehren. Beim Welternährungsprogramm wird gejubelt. Nur e... » mehr

Intensivstation

04.11.2020

Pflege: Arzt fordert Personaluntergrenzen erneut auszusetzen

Die Zahl an Intensivpatienten in der Corona-Krise steigt weiter. Experten befürchten eine Überlastung der Krankenhäuser. Und fordern drastischere Maßnahmen. » mehr

Jens Spahn

10.11.2020

EU sichert sich Corona-Impfstoff von Biontech

Nach den guten Nachrichten über die Wirksamkeit des in Deutschland und den USA entwickelten Impfstoffs folgt nun der zweite Streich: Die EU hat einen Liefervertrag für das Serum unter Dach und Fach. Trotzdem ist Geduld g... » mehr

Unterernährung im Jemen

13.07.2020

UN-Bericht: Unterernährung ist gefährlich auf dem Vormarsch

Eigentlich wollte die Welt den Hunger im Jahr 2030 besiegt haben. Doch nun steigt die Zahl der Unterernährten nach einem UN-Bericht seit Jahren - auf jetzt 690 Millionen. 2020 verschärfen die Corona-Krise und eine Heusch... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

29.11.2020 Bilder Lebkuchenmarkt Rehau - Sonntag

Lebkuchenmarkt Rehau - Sonntag | 29.11.2020 Rehau
» 40 Bilder ansehen

Premierenfeier Theater Hof

Premierenfeier Theater Hof | 26.09.2020 Hof/Selb
» 14 Bilder ansehen

Selber Wölfe - EV Füssen 2:1 Selb

Selber Wölfe - EV Füssen 2:1 | 22.11.2020 Selb
» 42 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
07. 04. 2020
14:24 Uhr