Brennpunkte

Zahl der Corona-Toten in Japan steigt auf über 1000

Im internationalen Vergleich scheint Japan nur wenige Infektionen und Todesfälle zu verzeichnen. Ein Anstieg der Fallzahlen in Tokio sorgt für Besorgnis - und eine Kampagne der Regierung für Kontroversen.



Corona in Japan
Passanten mit Mund-Nasen-Schutz in Tokio.   Foto: Eugene Hoshiko/AP/dpa

In Japan ist die Zahl der am Coronavirus Gestorbenen über die Marke von 1000 gestiegen. Wie der staatliche Fernsehsender NHK berichtete, wurden an dem Tag innerhalb von 24 Stunden 385 Neuinfektionen bestätigt.

Mit 168 entfielen mit Abstand die meisten davon erneut auf Tokio. Die Hauptstadt hatte kürzlich wegen eines deutlichen Anstiegs der Infektionszahlen die höchste Alarmstufe ausgerufen. Ausgangssperren sind in Japan jedoch rechtlich nicht möglich, die Menschen sind nur aufgerufen, neben dem Tragen von Masken ausreichend Abstand zu halten und Menschenmengen zu vermeiden.

Japan zähle inzwischen 26.522 Infektionsfälle und 1001 Tote, so NHK. Darunter sind auch 712 Infektionsfälle sowie 13 Todesfälle unter Menschen, die sich an Bord eines zeitweise unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes befunden hatten. Damit steht die Nummer Drei der Weltwirtschaft international gesehen zwar noch relativ gut da. Doch bereiten die Neuinfektionen vor allem in Tokio Sorge vor einer zweiten Infektionswelle. Als eine Problemzone wurde Tokios Amüsierviertel Kabukicho mit vielen kleinen Nachtclubs ausgemacht.

Am Mittwoch startet in Japan eine umstrittene Förderkampagne der Regierung zur Unterstützung der von der Corona-Pandemie schwer getroffenen Tourismusbranche. Der rechtskonservative Regierungschef Shinzo Abe will, dass die Bürger wieder im eigenen Land reisen und Geld ausgeben, um die Wirtschaft anzukurbeln. Bis zur Hälfte der Tourismusausgaben wie Beherbergung und Transport sollen bezuschusst werden. Im Vorfeld regte sich Widerstand gegen die «Go To»-Kampagne, da viele befürchten, dass sich das Coronavirus weiter ausbreiten könnte. Tokio wurde aus dem Grund von der Förderkampagne ausgenommen, Reisen von und in die Hauptstadt sollen nicht bezuschusst werden.

© dpa-infocom, dpa:200720-99-859487/2

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dpa

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Veröffentlicht am:
20. 07. 2020
15:38 Uhr

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