Wirtschaft

Fachkräftemangel: Mehr Pflegekräfte aus Ausland anerkannt

Menschen mit einem Berufsabschluss aus dem Ausland schließen häufig Lücken im Gesundheits- und Krankenpflegebereich in Deutschland. Dazu muss ihre Qualifikation anerkannt werden.



Rollator und Gehstock
Immer mehr Ausbildungsabschlüsse aus dem Ausland werden wegen anhaltenden Bedarfs an Pflegekräften in Deutschland anerkannt.   Foto: Uwe Anspach/dpa

Gesundheits- und Krankenpflegekräfte sind in Deutschland gesucht. Im vergangenen Jahr wurden 15.500 im Ausland erworbenen Abschlüsse von Pflegekräften akzeptiert. Das waren 49 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie das Statistischen Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Seit 2016 habe sich die Zahl damit annähernd verdreifacht.

Neben den EU-Mitgliedstaaten (2600) wurden am häufigsten Qualifikationen von Pflegekräften aus den Philippinen (2900), Bosnien und Herzegowina (2300) sowie Albanien (1300) anerkannt. Berufe in der Gesundheits- und Krankenpflege gehören zu den von der Bundesagentur für Arbeit (BA) definierten Mangelberufen.

Generell wurden auch 2019 viele ausländische Fachkräfte in medizinischen Gesundheitsberufen anerkannt, zu denen beispielsweise Ärzte, Sanitäter und Physiotherapeuten zählen. Nach Angaben der Wiesbadener Behörde stieg die Zahl der akzeptierten Abschlüsse um 24 Prozent auf 27.700. Das entsprach 65 Prozent aller anerkannten ausländischen Berufsqualifikationen.

«Das Anerkennungsgesetz wirkt und ermöglicht qualifizierten Fachkräften mit ausländischen Berufsqualifikationen in Deutschland in ihrem erlernten Beruf zu arbeiten», sagte Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Das Gesetz, das 2012 in Kraft trat und die Anerkennung von im Ausland gemachten Berufsabschlüssen regelt, leiste einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftepotenzials in Deutschland.

Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes haben nach Angaben des Ministeriums fast 175.000 Menschen einen Antrag auf Anerkennung allein in bundesrechtlich geregelten Berufen gestellt. Daneben gibt Berufe in Landeszuständigkeit zum Beispiel Ingenieur oder Lehrer.

Insgesamt wurden nach Angaben der Wiesbadener Behörde im vergangenen Jahr 42.500 innerhalb und außerhalb der EU erworbene Berufsqualifikationen akzeptiert. Am häufigsten wurden in Syrien erworbene Abschlüsse (4100) anerkannt, gefolgt von Fachkräften aus Bosnien und Herzegowina (3500), den Philippinen (3000), Serbien (2900), Polen (2100) und Rumänien (2100).

Anfang März war zudem das Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft getreten. Es soll qualifizierten Arbeitnehmern aus Nicht-EU-Staaten den Weg nach Deutschland erleichtern, da diese im Inland und der EU zunehmend knapp werden. Durch das Gesetz sollen Visaverfahren beschleunigt und die Möglichkeiten verbessert werden, dass Fachkräfte Deutsch lernen.

© dpa-infocom, dpa:200826-99-314805/3

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Veröffentlicht am:
26. 08. 2020
23:09 Uhr

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