Bayern

Arbeitsmarkt fasst Tritt: Corona-Krise weiterhin spürbar

Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern geht wieder zurück. Doch die Corona-Krise ist noch nicht vorbei. Auch der Strukturwandel stellt die Unternehmen vor Herausforderungen.



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Das Logo der Bundesagentur für Arbeit.   Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Trotz der Corona-Krise ist die Zahl der Arbeitslosen in Bayern wieder gesunken. Knapp 293 000 Menschen waren im September ohne Job und damit fast 15 000 weniger als im Vormonat, wie die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote ging um 0,2 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent zurück. Doch im Vergleich zum Vorjahr sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie nach wie vor deutlich sichtbar: Zurzeit gibt es 83 000 Arbeitslose mehr, ein Anstieg von fast 40 Prozent.

Nach dem saisonüblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Sommerferien ist die Arbeitslosigkeit im Freistaat wieder auf ein ähnliches Niveau wie im Juni und Juli gesunken. «Im September beginnen viele Schul- oder Hochschulabsolventen eine Ausbildung oder finden eine Beschäftigung und melden sich aus der Arbeitslosigkeit ab», begründete der stellvertretende Leiter der Regionaldirektion, Klaus Beier. Deshalb sei vor allem die Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen zurückgegangen.

«Neben dieser erfreulichen Stabilisierung müssen wir allerdings auch feststellen, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie weiterhin deutlich spürbar sind», teilte Bayerns Arbeitsministerin Carolina Trautner (CSU) mit. Der Regionaldirektion zufolge sind die Chancen, dass ein erwerbsloser Mensch Arbeit findet, über die vergangenen Monate hinweg gesunken. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag nach aktuellen Hochrechnungen im Juli bei 5,67 Millionen Menschen, ein Rückgang um 23 000 im Vergleich zum Vorjahr.

Dabei ist die Situation abhängig von der Branche sehr unterschiedlich: Die Beschäftigung sei vor allem in der Industrie und der Arbeitnehmerüberlassung geschrumpft - eine Entwicklung, die schon im Februar eingesetzt und die die Corona-Krise noch weiter verschärft habe, sagte Beier. Einen Lichtblick gebe es dagegen beim besonders von den Kontaktsperren betroffenen Gastgewerbe, wo im September 74 Prozent Arbeitslose mehr als vor einem Jahr einen Job gefunden hätten. «Hier ist ein Nachholeffekt zu erkennen», sagte Beier.

Auch regional sind die Unterschiede sehr groß: Nürnberg, Hof, Augsburg und Aschaffenburg verzeichnen zurzeit Arbeitslosenquoten von mehr als 6,5 Prozent. Am niedrigsten sind diese mit 2,1 Prozent in Eichstätt, gefolgt von Neumarkt in der Oberpfalz und im Donau-Ries-Kreis mit 2,3 Prozent.

Ein Blick auf die Zahl der offenen Stellen zeigt die Herausforderungen, die neben der Corona-Pandemie auf dem Arbeitsmarkt zu bewältigen sind. Nahezu alle Branchen meldeten nach Angaben der Regionaldirektion im September weniger Stellen als im Vorjahresmonat. «Die strukturelle Entwicklung, die bereits vor der Corona-Krise Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hatte, tritt nun wieder mehr in den Vordergrund», sagte Beier. «Die Betriebe möchten auf der einen Seite ihre Beschäftigten halten, gleichzeitig müssen sie auch den Transformationsprozess meistern.»

Eine aktive Arbeitsmarktpolitik müsse dagegen steuern, sagte der bayerische DGB-Chef Matthias Jena. Dabei sieht er auch die Arbeitgeber gefordert, mehr für die Qualifizierung ihrer Belegschaft zu tun. Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, der Dachverband der Arbeitgeber in Bayern, forderte angesichts der Krise, auf weitere Belastungen der Unternehmen wie Steuererhöhungen und bürokratische Hürden zu verzichten.

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dpa

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Veröffentlicht am:
30. 09. 2020
12:44 Uhr

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30. 09. 2020
12:44 Uhr