Bayern

Bayerische Wirtschaft erholt sich aber: Schwung lässt nach

Das V ist tot - es lebe die Wurzel: Die bayerische Wirtschaft ist zwar zunächst überraschend schnell aus dem Corona-Loch geklettert, doch jetzt geht dem Aufschwung die Luft aus. Eine Insolvenzwelle steht wohl nicht an.



Die bayerischen Unternehmen schöpfen nach dem coronabedingten Absturz im Frühjahr wieder Hoffnung. Der Konjunkturindex des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags ist seit Mai von 81 auf 107 Punkte gesprungen, wie BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl am Dienstag in München sagte. Damit liegt der Wert nur noch knapp unter dem langjährigen Durchschnitt.

«Die bayerische Wirtschaft hat sich schneller als erwartet vom Corona-Schock erholt. Mehr als zwei Drittel des Wegs zurück zum Vorkrisenniveau sind bereits zurückgelegt», sagte Gößl. Allerdings sei mit einer vollständigen Erholung auf Vorkrisenniveau sei frühestens 2022 zu rechnen.

«Das V ist tot», betonte er mit Blick auf die sogenannte V-förmige Erholung, bei der auf einen steilen Einbruch ein ebenso steiler Anstieg folgt. «Wir haben jetzt ein halbes V und merken eine nachlassende Dynamik.» Das ähnele eher einem gespiegelten Wurzelzeichen.

Inzwischen gehen aber bereits wieder 44 Prozent der Unternehmen davon aus, dass ihre Umsätze im laufenden Jahr ungefähr konstant bleiben oder sogar steigen. Allerdings erwarten auch 7 Prozent, dass die Umsätze um mehr als die Hälfte sinken werden. Weitere 11 Prozent erwarten einen Rückgang um ein Viertel bis die Hälfte.

Dennoch geht Gößl nicht von einer Insolvenzwelle durch die Corona-Krise aus, sondern nur von einer Zunahme um 10 bis 15 Prozent im Vergleich zu 2019, als es etwa 2600 Unternehmenspleiten in Bayern gegeben habe. Das liege auch daran, dass die Firmen in den zurückliegenden guten Jahren ihr Eigenkapital gestärkt hätten. Das Ausmaß sei beherrschbar.

Die Entspannung macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Der Beschäftigungsabbau lasse nach, sagte Gößl. Allerdings wollen noch immer 23 Prozent der Unternehmen Stellen reduzieren, während nur 12 Prozent Personal suchen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
20. 10. 2020
13:14 Uhr

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20. 10. 2020
13:14 Uhr