Fichtelgebirge

Vier-Punkte-Plan für Allerheiligen

Corona überschattet auch das Gedenken an die Verstorbenen. Die Pfarreien in Marktredwitz und Waldershof finden verschiedene Lösungen für den Gräbergang.



Wegen der Corona-Pandemie wird es heuer zu Allerheiligen auf dem Marktredwitzer Friedhof keinen zeitlich bestimmten, allgemeinen Gräbergang mit den Pfarrern der beiden katholischen Pfarrgemeinden geben. Damit soll vermieden werden, dass zu viele Menschen gleichzeitig auf dem Gottesacker stehen. Die Geistlichen werden die Gräber am Sonntag, 1. November, aber trotzdem segnen - zu einer Zeit, die vorher nicht bekannt gegeben wird.	Foto: Florian Miedl
Wegen der Corona-Pandemie wird es heuer zu Allerheiligen auf dem Marktredwitzer Friedhof keinen zeitlich bestimmten, allgemeinen Gräbergang mit den Pfarrern der beiden katholischen Pfarrgemeinden geben. Damit soll vermieden werden, dass zu viele Menschen gleichzeitig auf dem Gottesacker stehen. Die Geistlichen werden die Gräber am Sonntag, 1. November, aber trotzdem segnen - zu einer Zeit, die vorher nicht bekannt gegeben wird. Foto: Florian Miedl  

Marktredwitz/Waldershof - Allerheiligen ist einer der wichtigsten Feiertage für katholische Christen. Denn es wird nicht nur der Heiligen gedacht: Besonders am Herzen liegt den Menschen vielmehr das Gedenken an verstorbene Familienmitglieder. In vielen katholischen Pfarreien finden deshalb an Allerheiligen Andachten statt, in denen die Namen der Gemeindemitglieder genannt werden, die im zurückliegenden Jahr verstorben sind. Danach ziehen die Gläubigen auf den Friedhof um zu beten, während der Pfarrer die liebevoll geschmückten Gräber segnet. Doch in Zeiten von Corona ist vieles anders - auch an Allerheiligen.

So wird wegen der rapide ansteigenden Infektionszahlen am Marktredwitzer Friedhof der Gräbergang an Allerheiligen nicht in der gewohnten Weise stattfinden. "Sowohl in der Kirche als auch auf dem Friedhof ist es fast unmöglich, den notwendigen Abstand einzuhalten", sagt Josef Triebenbacher, Pfarrer der katholischen Pfarrgemeinde Herz Jesu. Deshalb haben Triebenbacher und Pfarrer Stefan Langer von der katholischen Pfarrgemeinde Sankt Josef - sie gestalten den Gräbergang immer gemeinsam - einen Vier-Punkte-Plan für Allerheiligen ausgearbeitet. Und der sieht so aus:

Die Gräber sollten in gewohnter Weise als Zeichen der dankbaren Erinnerung an die Verstorbenen geschmückt werden.

Die Andacht an Allerheiligen in der Kirche mit Nennung der Namen entfällt.

Die Gläubigen sind eingeladen, selber an den Gräbern für ihre verstorbenen Angehörigen zu beten.

Die Pfarrer der beiden Pfarreien Sankt Josef und Herz Jesu werden sich im Laufe des Nachmittags im Friedhof treffen und stellvertretend für ihre Pfarrgemeinden beten, und zwar für die Verstorbenen, dass sie in Gottes Frieden leben dürfen, und für die trauernden Angehörigen um Gottes Kraft und Trost. Anschließend werden sie die Gräber mit Weihwasser und Weihrauch segnen.

Ganz bewusst werde man die Zeit nicht bekannt geben, zu der die beiden Pfarrer die Gräber segnen, sagt Triebenbacher. Nur so könne man den Besucherandrang etwas entzerren. "Und wer dann zufällig da ist, das ist dann auch recht." Die Gläubigen stünden zu Allerheiligen am Marktredwitzer Friedhof erfahrungsgemäß schon sehr eng beieinander, besonders im Bereich der Urnengräber. Deshalb hätten er und Pfarrer Langer hin und her überlegt, wie zu verfahren sei - auch wenn von offizieller Seite her der Gräbergang wie gewohnt erlaubt worden sei. Triebenbacher: "Ich hoffe, dass wir eine Regelung gefunden haben, die sowohl den Anliegen der Menschen als auch den Anforderungen zu Corona-Zeiten gerecht wird."

In der Expositur Sankt Michael im Marktredwitzer Ortsteil Brand wird laut Triebenbacher Allerheiligen in gewohnter Weise ablaufen, da hier die Zahl der Gottesdienst- und Friedhofsbesucher geringer sei. Ruhestandspfarrer Siegfried Wölfel wird um 9.30 Uhr in der Kirche den Gottesdienst halten; danach geht es auf den Friedhof zum Segnen der Gräber.

Die Frage übrigens, ob an den Gräbern Maskenpflicht herrscht, ist nicht Sache der Kirche. Hier ist die Stadt Marktredwitz zuständig. Nach Auskunft von Pressesprecherin Claudia Hiergeist gelten auch auf dem Friedhof die allgemein bekannten Regelungen - also im Wesentlichen, auf den nötigen Abstand zu achten. Aktuell bestehe keine Pflicht, auf dem Friedhof einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Eine Maskenpflicht unter freiem Himmel bestehe nach Überschreiten des 7-Tage-Inzidenz-Wertes von 35 dann, wenn Menschen dichter und/oder länger zusammenkommen, zum Beispiel in Fußgängerzonen. Inwieweit Friedhöfe in die Liste häufig frequentierter Orte aufgenommen werden, sei noch nicht absehbar. "Es ist aber sicher sinnvoll, wenn zum Beispiel an Allerheiligen viele Angehörige die Friedhöfe besuchen, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen", so Hiergeist.

Anders als in Marktredwitz findet in Waldershof der Gräbergang wie üblich statt. Die Pfarrgemeinde Sankt Sebastian lädt für Allerheiligen, Sonntag, 1. November, um 10 Uhr zur Feier der Heiligen Messe mit Totengedenken in die neue Kirche Sankt Sebastian ein. Im Anschluss findet der Friedhofsgang mit Gräbersegnung statt. In der Expositur-Gemeinde Mariä Heimsuchung in Poppenreuth findet die Heilige Messe um 14 Uhr statt, anschließend geht es auf den Friedhof zur Gräbersegnung.

Die Mitfeier der Gottesdienste ist allerdings nur mit telefonischer Anmeldungen in den beiden Pfarrbüros möglich. Die Plätze in den beiden Gotteshäusern sind begrenzt und werden vor Ort zugewiesen. Die Anmeldungen für Waldershof sind Montag, Dienstag und Freitag von 9 bis 11 Uhr im Pfarrbüro unter Telefon 09231/7356 möglich. Für Poppenreuth werden die Anmeldungen jeweils am Dienstag und Mittwoch von 9.30 bis 10.30 Uhr unter der Telefonnummer 09231/71588 entgegengenommen.

Autor

Richard Ryba, Oswald Zintl
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Veröffentlicht am:
21. 10. 2020
18:42 Uhr

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Richard Ryba, Oswald Zintl

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Veröffentlicht am:
21. 10. 2020
18:42 Uhr