Hof

Die Lage ist besser als gedacht

Deutlich weniger junge Leute haben heuer eine Ausbildung begonnen als im vergangenen Jahr. Offene Lehrstellen gibt es in allen Branchen.



Hof - In ganz Oberfranken haben in diesem Jahr weniger junge Leute eine Ausbildung angefangen als im vergangenen Jahr. Auch in Stadt und Landkreis Hof ist die Lage ähnlich: Die Agentur für Arbeit meldet für die Stadt Hof 379 gemeldete Bewerber für Ausbildungsstellen (30 weniger als im Vorjahr) und für den Landkreis 492 (46 weniger als im Vorjahr). Wie viele Azubis insgesamt in Stadt und Landkreis Hof eine neue Ausbildung angefangen haben, lässt sich schwer herausfinden, da nicht alle bei der Arbeitsagentur registriert sind und die Betriebe ihre abgeschlossenen Verträge nicht melden müssen.

"Wir sind aber schon froh darüber, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist", sagt HWK-Geschäftsführer Dr. Bernd Sauer, "denn Corona hat auch in den Handwerksbetrieben einiges durcheinander gebracht."

Auch Bernd Rehorz, Leiter der Beruflichen Bildung bei der IHK für Oberfranken Bayreuth, macht in der Pandemie den Dämpfer am Ausbildungsmarkt aus: "Der gesamte Auswahlprozess hat sich gut sechs Wochen nach hinten verschoben." Eine Berufsorientierung in der Schule habe kaum stattgefunden, Ausbildungsmessen wurden abgesagt, Bewerbungsgespräche erst gar nicht vereinbart. Inzwischen seien immer mehr Unternehmen in Sorge, dass sie ihre Ausbildungsplätze nicht mehr besetzen können.

Die HWK hat bis zum 31. August in der Stadt und im Landkreis Hof zusammen 259 neue Ausbildungsverträge registriert. 114 waren es in der Stadt, das sind knapp 15 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Landkreis Hof sind es 145, ein Plus von knapp 14 Prozent. Dabei waren die drei beliebtesten Ausbildungsberufe bei Männern Kfz-Mechatroniker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und Elektroniker. Bei Frauen sind es Friseurin, Kauffrau für Büromanagement und Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk. Momentan sind in der HWK-Lehrstellenbörse noch 466 offene Lehrstellen eingetragen.

In den Mitgliedsunternehmen der IHK für Oberfranken Bayreuth haben am 1. September 447 junge Menschen in der Stadt und im Landkreis Hof mit ihrer Ausbildung begonnen. Besonders beliebt im Raum Hof sind die Kaufleute in der Industrie, im Büromanagement, für Spedition und Logistikdienstleistungen sowie im Groß- und Außenhandel; außerdem die Fachkraft für Lagerlogistik und die Berufskraftfahrer.

Doch so groß die Probleme und Hürden derzeit auch sein mögen: "Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ist trotz Corona-Krise deutlich besser, als es die aktuelle Konjunkturentwicklung oder die Stimmung im Land vermuten lassen", betont Heinrich Strunz, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Hof. Gerade in Krisenzeiten sei es wichtig, die Zukunft im Blick zu haben und das Ausbildungsengagement weiter hoch zu halten.

Auf 458 unbesetzte Ausbildungsstellen im Raum Hof kommen laut Agentur für Arbeit 322 unversorgte Bewerber. Insbesondere im Landkreis gibt es noch viele Lehrstellenangebote. Wer sich für eine Ausbildung entscheidet, hat alleine bei den IHK-Ausbildungsbetrieben die Wahl zwischen rund 170 Ausbildungsberufen. Freie Ausbildungsstellen gibt es derzeit noch über praktisch alle Branchen hinweg. Auf die Suche gehen können Jugendliche unter anderem unter

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www.ihk-lehrstellenboerse.de

www.arbeitsagentur.de

www.hwk-oberfranken.de

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Julia Ertel

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Veröffentlicht am:
01. 09. 2020
19:58 Uhr

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Julia Ertel

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01. 09. 2020
19:58 Uhr