Hof

Feilitzsch übernimmt Taxi-Kosten für Jungbürger

Die Gemeinde trägt ab Oktober teilweise die Fahrtkosten für ihre Jungbürger. Zweimal im Jahr müssen die 16- bis 22-Jährigen für die Fahrt zur Party nur die Hälfte zahlen.



Feilitzsch - Mit einem außergewöhnlichen Konzept setzt der Gemeinderat von Feilitzsch ein Zeichen zur Verbesserung der Moblilität für die Bürger der Gemeinde.

Von Oktober an beteiligt sich Feilitzsch an den Taxikosten der jungen Gemeindebürger im Alter von 16 bis 22 Jahren, die die jungen Leute zur Gestaltung von Freizeitaktivitäten ausgeben. Auf Antrag der FÜWG hat sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit diesem außergewöhnlichen Mobilitätskonzept für die Jugend befasst, nach ausführlicher Diskussion fiel der einstimmige Beschluss, dass sich die Gemeinde mit 50 Prozent an den Taxirechnungen der Jungbürger beteiligt. Für alle Feilitzscher, die zwischen 1998 und 2004 geboren sind, übernimmt die Kommune zwei Mal im Jahr die Hälfte der Taxikosten, pro Fahrt maximal 25 Euro. Als weitere Bedingung legte der Gemeinderat fest, dass ausschließlich Quittungen von lizensierten Taxiunternehmen abgerechnet werden können. Zunächst soll dieses neue Mobilitätsangebot für junge Feilitzscher in einer einjährigen Testphase laufen.

"Wir wollen mit diesem Angebot insbesondere die Mobilität unserer Jugendlichen in den Abendstunden und an Wochenenden unterstützen und damit deren Sicherheit erhöhen", beschrieb Bürgermeister Francisco Hernandez den Antrag der FÜWG. Er erinnerte an das unzureichende öffentliche ÖPNV-Angebot für Jugendliche, "es darf nicht sein, dass junge Erwachsene von einer Feier aus den Nachbarorten nachts zu Fuß nach Hause gehen müssen oder sich schlimmstenfalls alkoholisiert ans Steuer setzen". Die Kosten für die Kommune veranschlagte der Bürgermeister mit etwa 3000 Euro pro Jahr. "Wenn sich unsere Jugendlichen zu ihren Fahrten zusammentun, können sie das Angebot häufiger nutzen, da für jede Fahrt ein Beteiligter seinen Anspruch mit der Gemeinde abrechnen kann", beschrieb Hernandez die Idee für das Mobilitätskonzept.

In einer ausführlichen Diskussion unterstützten alle Gemeinderäte den Vorschlag für die Gemeinde-Jugend. Harry Richter, FÜWG, erinnerte an die Bemühungen vieler Kommunen im ländlichen Raum zur Verbesserung der Mobilität, "mit diesem Versuch gehören wir zu den ersten Gemeinden in der Region, die ein vielleicht erfolgreiches Konzept ins Leben rufen". CSU-Rätin Sonja Kemnitzer-Steinle gab zu bedenken, dass mit diesem Programm nur die Jungbürger von Feilitzsch in den Genuss dieses Angebots kämen, "Das Programm ist gut, wir dürfen jedoch die Senioren nicht vergessen".

Darauf erwiderte der Bürgermeister, dass es insbesondere um die Sicherheit der Jugend im Abend- und Wochenendverkehr gehe, "ich bin überzeugt, dass auch die Älteren dieses System unterstützen". Florian Hudetz, FÜWG, sprach von einer "unmöglichen Verkehrsinfrastruktur, wenn man nach 20 Uhr mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren will. Unsere Senioren sind sicherlich auch froh über dieses Angebot, da ihre Kinder und Enkelkinder damit sicher unterwegs sind".

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Lothar Faltenacher
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Veröffentlicht am:
11. 09. 2020
19:54 Uhr

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Lothar Faltenacher

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11. 09. 2020
19:54 Uhr