Kulmbach

Der Wald im Wandel der Zeit

Bei einem Besuch von Bundestagsabgeordneter Emmi Zeulner und Vertretern der Waldbesitzerverbände wird klar: Das heimische Holz braucht auch Abnehmer.



Auf Einladung von Bundestagsabgeordneter Emmi Zeulner hat Hans-Georg von der Marwitz, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (rechts), Zeulners Wahlkreis besucht. Unser Bild zeigt ihn im Gespräch mit Antje Kolb von der Zimmerei Geißler in Döllnitz. Foto: Werner Reißaus
Auf Einladung von Bundestagsabgeordneter Emmi Zeulner hat Hans-Georg von der Marwitz, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (rechts), Zeulners Wahlkreis besucht. Unser Bild zeigt ihn im Gespräch mit Antje Kolb von der Zimmerei Geißler in Döllnitz. Foto: Werner Reißaus  

Döllnitz - "Unser Wald im Wandel der Zeit", unter diesem Thema hatte CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner dieser Tage zu einem Meinungsaustausch in ihrem Wahlkreis eingeladen. Begleitet wurde sie von ihrem CDU-Bundestagskollegen Hans-Georg von der Marwitz, laut Zeulner einer der größten Befürworter und Kämpfer für den Wald. Marwitz ist Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände.

In der Zimmerei Geißler im Kasendorfer Ortsteil Döllnitz trafen die beiden auf stellvertretenden Landrat Dieter Schaar, Kasendorfs Bürgermeister Norbert Groß und Vertreter der Waldbauernvereinigung. Emmi Zeulner bezeichnete die Zimmerei Geißler als ein bemerkenswertes Unternehmen, das kurz nach dem Jahreswechsel vom 27. auf den 28. Januar niederbrannte, die Produktion aber bereits seit Monaten wieder läuft.

Abgeordneter Hans-Georg von der Marwitz zeigte sich als Wahl-Brandenburger sehr dankbar, dass auch die CSU-Bundestagsfraktion in Berlin die Dramatik in den Wäldern erkannt habe: "Meine Hauptaufgabe ist es, als Präsident der deutschen Waldbesitzer, das Thema in die Gesellschaft zu tragen. Da brauchen wir jeden. Der Wald ist für uns alle lebensnotwendig."

Von der Marwitz würdigte den Wiederaufbau der Zimmerei Geißler und machte deutlich, dass gerade das Unternehmertum eine der wichtigsten Voraussetzungen in der Bundesrepublik sei. Antje Kolb, die Mitinhaberin der Zimmerei, räumte ein, dass die Auftragslage trotz der Corona-Pandemie für das Baugewerbe insgesamt sehr gut sei: "Das ältere Klientel baut trotzdem, sie modernisieren oder lassen sich einen Wintergarten oder ein Carport bauen. Man merke allerdings, dass bei den jungen Familien eher Zurückhaltung herrscht. "Ich denke, dass uns Corona erst in zwei, drei Jahren richtig trifft."

Der größte Holzlieferer für die Zimmerei Geißler, die derzeit sechs Beschäftigte hat, kommt mit dem Sägewerk Hohlweg, Zettlitz/Rugendorf, aus der Region. "Heimisches, unbehandeltes Holz", wie Antje Kolb feststellt.

Mit dem Präsidenten des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, Josef Ziegler, aus Nittenau, Landkreis Schwandorf, war ein weiterer Kämpfer für den Wald dabei: "Wir haben doppelt so viel Holz stehen als vor 50 Jahren. Das muss man wissen, wenn man über Rohstoffpolitik nachdenkt. Wir haben eigentlich eine brillante Ausgangssituation, haben jetzt Vorräte angehäuft, aber jetzt müssen wir auch die wirtschaftspolitischen Konsequenzen daraus ziehen und wieder mehr Holz verbrauchen." Das gehe sowohl Wirtschaftspolitiker wie Energiepolitiker, Rohstoffpolitiker, Klimapolitiker und Bundespolitiker an, die sich für das Holz verwenden müssten.

In der weiteren Diskussion sprach sich Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner für die Schaffung eines gesonderten Programmes aus, mit dem die Verwendung von Holz bei kommunalen Bauten zu 90 Prozent gefördert wird. Nach Ansicht des Zimmerermeisters Bernd Kraus aus Hochstadt sollten die Handwerksbetriebe gestärkt werden, die noch da sind: "Die brauchen kein Geld, sondern sie brauchen zum Beispiel Erleichterungen in der Lehrlingsausbildung. Und warum muss der kleine Handwerker die Beiträge zur Handwerkskammer tragen", fragte er.

Stellvertretender Landrat Dieter Schaar ermunterte die Waldbesitzer-vereinigungen, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzumachen, denn der Wald hat seiner Meinung nach sehr viele Aufgaben. Schaar dankte auch der Unternehmerfamilie Geißler-Kolb, die den schweren Schicksalsschlag mit dem Großbrand sehr gut gemeistert habet: "Respekt, wir ihr das angegangen seid. Das Landratsamt habe mit einer schnellen Baugenehmigung dazu beigetragen."

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Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
28. 09. 2020
17:52 Uhr

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Autor

Werner Reißaus

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Veröffentlicht am:
28. 09. 2020
17:52 Uhr