Kulmbach

Hilfe in Sicht für die Transportbranche

Der ÖPNV-Rettungsschirm ist aufgespannt. Das freut auch die Busunternehmer im Landkreis Kulmbach. Sie können demnächst Geld beantragen.



München/Kulmbach - Unterstützung für die Busunternehmen in Oberfranken: Der Staat hilft der durch die Corona-Krise in Schieflage geratenen Branche. So stellen Bund und Länder 2,5 Milliarden Euro für den ÖPNV-Rettungsschirm zur Verfügung. Nach Bayern sollen 762 Millionen Euro fließen, um die Unternehmen für entgangene Fahrgeldeinnahmen im Nahverkehr zwischen März und August zu entschädigen. Das hat der Kulmbacher Landtagsabgeordnete Rainer Ludwig jetzt mitgeteilt. Bereits vor einigen Wochen hatte Ludwig, wie berichtet, auf die Misere der Busunternehmer hingewiesen.

Freie Wähler-Landtagsabgeordneter Rainer Ludwig aus Kulmbach setzt sich für eine schnelle Auszahlung der Mittel ein und baut auch auf die Kompetenz aus der Region. "Vor ein paar Tagen haben wir konkrete Vorschläge der Stadtbus Kulmbach GmbH zur Umsetzung nach München weitergeleitet, die auf sehr positive Resonanz gestoßen sind", so Ludwig. In einem Antwortschreiben erklärte das Verkehrsministerium, dass es die Anregungen des Unternehmens in die Konzeption für den Auszahlungsprozess aufgreifen wird. "Wir freuen uns, dass in München die Probleme für den öffentlichen Nahverkehr erkannt werden und wir wertvollen Input für eine erfolgreiche und hoffentlich zügige Umsetzung geben konnten", erklärt Stephanie Schütz von der Stadtbus Kulmbach GmbH. Der ÖPNV als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge gewährleiste ab dem ersten Tag des Lockdowns den Fortbestand der öffentlichen Mobilität.

Aktuell werde allerdings noch auf eine notwendige Notifizierung der EU-Kommission gewartet - dem zuständigen Kommissar hat Landtagsabgeordneter Ludwig bereits in einem Schreiben die politische und systemrelevante Dringlichkeit geschildert.

Aber auch Busunternehmen, die im Tourismus tätig sind, werden laut Ludwig nicht allein gelassen. Ab sofort können Reisebusfirmen einen entsprechenden Antrag beim Bund einreichen. Insgesamt werden vom Bund 170 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit können Unternehmen Tilgungs- oder Leasingraten für bereits vor der Corona-Pandemie erworbene Reisebusse finanzieren oder Kosten für Reisekataloge oder Werbeanzeigen decken.

Auch Unternehmer Leonhard Will von "Leos Adventure Tours" aus Oberzaubach bei Stadtsteinach findet es gut, dass es Förderungen für die gesamte Reisebranche gibt. "Es ist erfreulich, dass der Bund die Reisebranche unterstützt und nicht vergessen hat. Auf ein Programm wartet die Reisebranche schon lange und es ist wichtig, dass der Bund entsprechende Förderungen eingerichtet hat", erklärt Will.

Dass Bund und Länder der Branche nun großflächig helfen, freut Ludwig nach eigenen Worten besonders. Seit Wochen setzt er sich für die Busunternehmen ein - sowohl im Tourismus als auch im öffentlichen Nahverkehr. Bereits im Juni hätten sich die Freien Wähler im Landtag für weitere Lockerungen für Reisebusse ausgesprochen. Inzwischen dürfen - unter den üblichen Hygienemaßnahmen - wieder alle Plätze belegt werden. Dies ermöglicht der Branche wieder aufzuatmen.

Ludwig steht seit Beginn der Pandemie nach eigenen Worten mit zahlreichen Unternehmen aus der Region in Kontakt, wie beispielsweise mit Leonhard Will. "Für mich als Landtagsabgeordneten - und die Millionen Menschen, die tagtäglich auf den Bus als Transportmittel angewiesen sind - ist es nicht nachvollziehbar, dass der deutsche Staat Milliarden Euro in die Hand nimmt, um die Lufthansa zu retten, aber unsere zahlreichen kleinen und mittelständischen Busunternehmen, die noch dazu das Rückgrat unseres Nahverkehrssystems auf dem Land bilden, auf der Strecke bleiben", so der Kulmbacher Abgeordnete in einem Brandbrief.

Reisebusunternehmen finden den entsprechenden Antrag ab sofort auf der Website des Bundesverkehrsministeriums: www.bag.bund.de. ÖPNV-Unternehmen können sich an das Abgeordnetenbüro von Rainer Ludwig wenden. Sobald weitere Details zum Anmeldeprozess bekannt sind, informiert das Büro und stellt den Kontakt zu den entsprechenden Behörden her.

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
24. 07. 2020
16:52 Uhr

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Melitta Burger

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24. 07. 2020
16:52 Uhr