Kulmbach

Tempolimit ja, Vollausbau nein

Die Ködnitzer CSU schließt sich der Meinung vieler Anlieger an. Sie lehnt es ab, die Staatsstraße von Fölschnitz nach Kauerndorf zur "Rennstrecke" auszubauen.



Vor Ort machten sich die Vertreter der CSU-Gemeinderatsfraktion und des CSU-Ortsverbandes Ködnitz ein Bild von den geplanten Bauarbeiten an der Staatsstraße Kauerndorf-Fölschnitz. Sie würden einem weiteren Vollausbau Tür und öffnen, befürchtet die CSU. Unser Bild zeigt von links zweiten Bürgermeister Heinz Mösch, Stefan Ott, Stephan Heckel-Michel und dritte Bürgermeisterin Melanie Schieber.	Foto: Werner Reißaus
Vor Ort machten sich die Vertreter der CSU-Gemeinderatsfraktion und des CSU-Ortsverbandes Ködnitz ein Bild von den geplanten Bauarbeiten an der Staatsstraße Kauerndorf-Fölschnitz. Sie würden einem weiteren Vollausbau Tür und öffnen, befürchtet die CSU. Unser Bild zeigt von links zweiten Bürgermeister Heinz Mösch, Stefan Ott, Stephan Heckel-Michel und dritte Bürgermeisterin Melanie Schieber. Foto: Werner Reißaus  

Fölschnitz/Kauerndorf - Am Ausbau der Staatsstraße zwischen Fölschnitz und Kauerndorf scheiden sich die Geister: Einerseits ist die enge und unübersichtliche Strecke ein latentes Unfallrisiko, andererseits sperren sich viele Anwohner gegen einen sogenannten Vollausbau. Unter anderem, weil sie dann eine höhere Lärmbelästigung befürchten und stark in die Landschaft eingegriffen werden müsste. Die Thematik hat nicht nur die Bewohner in der Heinrich-Taubenreuther-Straße auf den Plan gerufen, sondern auch die Ködnitzer CSU. Im Rahmen eines Ortstermin hat sie klar Position bezogen - gegen einen Vollausbau.

Die Angelegenheit brennt der CSU-Gemeinderatsfraktion und dem Ortsverband insofern unter den Nägeln, weil Baudirektor Siegfried Beck vom Staatlichen Bauamt die im Amtsdeutsch als Vorgriffsmaßnahme bezeichneten Pläne am Montagabend in der Sitzung des Gemeinderates erneut erläutern wird. Dazu gibt es auch ein Schreiben eines Bürgers. Schließlich sieht die Tagesordnung nicht nur eine Beratung, sondern gegebenenfalls auch eine Beschlussfassung zu dem Thema vor.

Die Position der CSU-Gemeinderatsfraktion mit den beiden stellvertretenden Bürgermeistern Heinz Mösch und Melanie Schieber sowie Gemeinderat Klaus Wollnik ist eindeutig. CSU-Ortsvorsitzender Stephan Heckel-Michel gab sie bei dem Ortstermin im Wortlaut bekannt: "Im Interesse aller Beteiligten, dem Staatlichen Bauamt und der Gemeinde Ködnitz, der Verkehrsteilnehmer, aber insbesondere auch der betroffenen Bürgerinnen und Bürger nicht nur in der Siedlung, sondern auch in den Ortschaften Kauerndorf und Fölschnitz sind Gespräche zu führen, um die Gefahrenstellen zu beseitigen, aber das mit minimalen Eingriffen." Das heißt im Klartext, die CSU im Gemeinderat Ködnitz ist gegen einen Vollausbau der Staatsstraße zwischen Fölschnitz und Kauerndorf.

Heckel-Michel ging zunächst auf die Chronologie ein und verwies auf die Deckenerneuerung mit dem Bau einer neuen Betonwand und scharfkantigen Granitbordsteinen im Jahr 2014. Damit entstand nach Meinung des früheren Bürgermeisters eine Einengung der Fahrbahn in einem Teilbereich. Im September 2018 beschäftigte sich der Gemeinderat im Nachgang zu einem Verkehrsunfall mit der Thematik. Dazu lag dem Gremium auch ein Antrag der Gemeinderatsfraktion der Freien Wähler von Fölschnitz vor, der im Gemeinderat auf ungeteilte Zustimmung stieß. Ziel war die Anordnung von Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 50 und 70 km/h und das Versetzen der Betonleitschutzwand um 1,5 Meter nach außen. Gleichzeitig sollten die scharfkantigen Granitbordsteine entfernt werden, um die Engstelle zu verbreitern und mögliche Ausweichstellen zu schaffen. Heckel-Michel weiter: "Nicht anfreunden konnte sich das Gremium allerdings mit der Forderung der Freien Wähler, unverzüglich mit den Planungen zum Ausbau der Staatsstraße einschließlich der Planungen für einen unselbständigen Radweg zu beginnen."

Relativ zügig wurden die angeregten Geschwindigkeitsbeschränkungen vom Landratsamt angeordnet. In dem Teilbereich, wo der Unfall geschah, lautet das Tempolimit jetzt sogar 40 km/h. Der CSU-Ortsvorsitzende: "Diese Maßnahme hat schon zu einer merklichen Entschärfung beigetragen, denn die vorgegebenen Höchstgeschwindigkeiten werden akzeptiert und größtenteils eingehalten. Und es wurde auch noch ein positiver Nebeneffekt erzielt: Es finden weniger starke Beschleunigungsvorgänge nach den Ortschaften Fölschnitz und Kauerndorf statt. Das heißt auch: weniger Verkehrslärm und an den Ortseingängen eine geringere Ankomm-Geschwindigkeit."

Im Oktober 2019 gab es Bodenerkundungen im Bereich der Staatsstraße, um zu prüfen, ob ein Vollausbau möglich ist. Heckel-Michel dazu: "Ich habe damals ausgeführt, dass wir zum einen die Umweltverträglichkeit im Blick haben sollten und zum anderen ist keinem gedient, wenn wir eine gerade Strecke bekommen, die zum Rasen verleitet." Für den früheren Bürgermeister wäre es schon ein Fortschritt, wenn die installierte Betonwand ein Stück weiter zurückversetzt würde.

Die jetzt im Juli dieses Jahres vorgestellten Überlegungen des Staatlichen Bauamtes gehen in den Augen der Ködnitzer CSU-Gemeinderäte weit über das hinaus, was damals im Gremium gefordert wurde. So wurde in der vorgelegten Planung die gesamte Staatsstraße zwischen Fölschnitz und Kauerndorf betrachtet, dabei mit dem Ziel, im Endausbau eine Fahrbahnbreite von mindestens sechs Metern und beidseitige Bankette mit je 1,5 Meter zu erreichen. Die CSU-Gemeinderatsfraktion ist sich einig: "Sollte das so umgesetzt werden, dann haben wir die nie gewollte Rennstrecke. Die jetzt geltende Geschwindigkeitsbeschränkung würde wohl entfallen, nach den Ortsausgängen würde voll beschleunigt werden, dabei mit entsprechender Lärmbelästigung für die dortige Wohnbebauung oberhalb der Staatsstraße."

Für völlig ausreichend hält die CSU den Rückbau der Betonwand, daneben die Entfernung der Granitbordsteine und unter Umständen eine geringfügige Verbreiterung des Bereiches, wo diese Bordsteine eingebaut waren. Die derzeit geltenden Geschwindigkeitsbeschränkungen sollen beibehalten werden.

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Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
16. 10. 2020
17:34 Uhr

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Werner Reißaus

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Veröffentlicht am:
16. 10. 2020
17:34 Uhr