Kulmbach

Viele würden einen zweiten Lockdown nicht überleben

45 Prozent aller Firmen in der Region beurteilen die momentane Lage der eigenen Firma gut. Trotzdem ist die Situation, so die IHK, in vielen Branchen nach wie vor angespannt.



Michael Möschel. Foto: privat
Michael Möschel. Foto: privat  

Kulmbach - Die Kulmbacher Unternehmen sind laut Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth guter Stimmung.

Die Konjunktur in der Stadt und im Landkreis Kulmbach zeige sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen erstaunlich schnell erholt, so eine Pressemitteilung der Industrie- und Handelskammer. Vor allem die Einschätzung der derzeitigen Geschäftslage überzeuge mit guten Werten, heißt es.

Die Erwartungen an die kommenden Monate sind hingegen deutlich gedämpfter, wenn auch im Vergleich zur Mai-Umfrage stark verbessert. "Die Bremsspuren, die die Krise in der Kulmbacher Wirtschaft hinterlässt, scheinen für viele Betriebe aktuell nicht ganz so schlimm zu sein, wie zunächst befürchtet. Der Blick in die Zukunft ist auf Grund der zahlreichen Unsicherheiten in vielen Märkten aber weiterhin getrübt", erläutert IHK-Vizepräsident Michael Möschel, der auch Vorsitzender im IHK-Gremium Kulmbach ist. "Die Ergebnisse dieser Umfrage sind eine Momentaufnahme, die angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens mit gedämpftem Optimismus zu bewerten sind." Der Konjunkturklimaindex für Kulmbach steigt aktuell um satte 26 Punkte auf nun 111 Zähler.

Viel Optimismus

Die Kulmbacher Betriebe setzen in der Herbstumfrage ein starkes Zeichen und melden sich mit beachtlichen Werten zurück in der Spur. Waren noch im Mai - wie in allen Regionen des Kammerbezirks -, die Werte zur Beurteilung der aktuellen Geschäftslage tief in den Keller gerutscht, so setzen die jetzigen Ergebnisse im Saldo ein beachtliches Ausrufezeichen. 45 Prozent aller Befragten beurteilen die momentane Lage der eigenen Firma gut, hinzukommen weitere 36 Prozent, deren Urteil befriedigend ausfällt. Nach wie vor 19 Prozent der Unternehmen bewerten die betriebliche Situation schlecht.

Der Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer zeigt sich erfreut über das erstaunlich positive Ergebnis der Lageeinschätzung. "Es spricht für die Robustheit und Flexibilität unserer heimischen Wirtschaft. Einmal mehr zahlen sich mittelständische Wirtschaftsstruktur und breiter Branchen-Mix aus." Dennoch warnt Möschel vor Euphorie. "Die Infektionszahlen steigen wieder, eine Verschärfung der Maßnahmen rückt immer näher, wir sind weit davon entfernt, Entwarnung geben zu können und müssen im Hinterkopf behalten, dass viele Unternehmen einen zweiten Lockdown nicht überleben können", so Möschel, der weiterhin zu Wachsamkeit mahnt.

Auch wenn einige Branchen verhältnismäßig unbeschadet durch die Krise steuern können, sei die Lage in vielen Branchen nach wie vor angespannt.

Zurückhaltende Erwartungen

Die Erwartungen an die kommenden Monate werden in Stadt und Landkreis Kulmbach deutlich zurückhaltender formuliert. 22 Prozent der Befragten prognostizieren über den Winter eine Verbesserung der Geschäftslage, 24 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung.

Die übrigen 54 Prozent planen mit gleichbleibenden Ergebnissen in der kommenden Zeit. "Das Ergebnis verwundert nicht. Die weitere Entwicklung der Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen im In- und Ausland sind schlicht nicht vorhersehbar. Deshalb fahren die Unternehmen vor allem auf Sicht. Ich plädiere für ausgewogene und planungssichere politische Entscheidungen. Nur so werden wir gut durch den Winter kommen", mahnt Möschel. Die angespannte Situation wird auch durch die kammerweiten Ergebnisse der Sonderumfrage zur Corona-Lage bestätigt. Diese ergab, dass viele Unternehmen im Kammerbezirk der IHK für Oberfranken Bayreuth das Jahr 2020 mit einem Umsatzrückgang abschließen werden müssen.

Etwas mehr Optimismus versprühen die Ergebnisse der Investitions- und der Beschäftigtenplanungen. Beide Werte sind im Saldo leicht positiv und liegen damit deutlich über den Werten aus dem Frühjahr. Auch wenn die Beschäftigung nach Einschätzung der Kulmbacher Wirtschaft wieder etwas zulegen könnte, so ist die derzeitige Lage auf dem Arbeitsmarkt immer noch angespannt. "Das Corona-Virus darf Mut und Zuversicht im Kulmbacher Land nicht dauerhaft bremsen. Wir sind Universitätsstandort. Die ersten neuen Professoren sind da, die ersten Studierenden eingeschrieben. Der Campus Kulmbach der Universität Bayreuth strahlt schon heute auf den Wirtschaftsraum aus und wird Kulmbach nachhaltig stärken", so Möschel. red

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Veröffentlicht am:
23. 10. 2020
00:00 Uhr

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23. 10. 2020
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