Marktredwitz

Werner Robl liest Szenen von Otto Schemm

Ein halbes Jahr vor dem 100. Geburtstag des Mundartdichters ehrt ihn der Autor Werner Robl. Die Lesung findet im Alten Rathaus statt.



Bereits seit seiner Jugendzeit befasst sich Werner Robl mit dem Arzberger Heimat- und Mundartdichter Otto Schemm. Foto: pr.
Bereits seit seiner Jugendzeit befasst sich Werner Robl mit dem Arzberger Heimat- und Mundartdichter Otto Schemm. Foto: pr.  

Waldershof - Am 27. Mai 2020 jährt sich der Geburtstag des Arzberger Volksschulrektors und Mundartdichters Otto Schemm zum 100. Mal. "Vorgefeiert" wird dieser Anlass bereits am Freitag, 25. Oktober, mit einer Lesung im Alten Rathaus.

In den Mittelpunkt dieser Otto-Schemm-Stunde, zu der Michaela Härtl die Leseclub-Freunde einlädt, rückt ein gewisser Andreas. Der Philosoph und Rentner lebt im Sechsämterland. Bekannt ist der fiktive Zeitgenosse unter anderem Namen. Welchem, das erfährt, wer am Freitag ab 18 Uhr ins Alte Rathaus kommt.

Sicher, viel muss man nicht verraten. Viele kennen die Geschichten bereits, die der gebürtige Brander Otto Schemm in Mundart verfasst und um Marktredwitz, Brand und Korbersdorf angesiedelt hat.

Um die fiktiven Figuren Wirklichkeit werden zu lassen, konnte die Leseclub-Leiterin den Fuchsmühler Werner Robl gewinnen. Bereits seit seiner Jugendzeit befasst sich der 62-jährige Journalist und Autor mit den Geschichten, die nicht selten auch von all den kleinen Peinlichkeiten berichten, die im Leben halt so passieren. "Mundart zu lesen, ist reine Übungssache", erklärt Robl. Der Stiftländer hatte einen guten Lehrmeister, der ihm beibrachte, wie man den "Schemm Otto" glaubhaft und verständlich unter die Leute bringt. "Es war mein Deutschlehrer, den wir alle nur Zius nannten", verrät Robl. Der Waldsassener Pädagoge - Helmut Hart mit bürgerlichem Namen - brachte ihm auch bei, wie man die Sechsämterland-Sprache, die der Oberpfälzer Mundart sehr ähnlich ist, betont interpretieren muss.

Erst im Familienkreis, später auch in der Öffentlichkeit wurde es dem gebürtigen Wiesauer ("ich bin ein Kreuzberger"), daher leicht, in die Rollen der kleinen Leute zu schlüpfen, die der Mundartdichter Schemm in unverwechselbarer Art bekanntmachte. "Ich werde nicht nur vorlesen. Sobald es die Szenen erlauben, werden sie von mir auch gespielt", kündigt Robl einen bunten Abend mit humorvollen Streifzügen und kurzweiligen Dialogen an. Nicht fehlen darf im Alten Rathaus auch das Kapitel, in dem eine Theaterpremiere vollkommen aus dem Ruder läuft. Der Jahreszeit entsprechend fährt man - gedanklich - an einen Fischweiher, das Karussell dreht sich und, falls die Minuten noch reichen, trifft man auch die Heiligen Drei Könige.

Die endgültige Kapitelauswahl lässt der Gast noch offen. "Ich freue mich auf den erneuten Abend mit Werner Robl", sagt Michaela Härtl und verweist auf den geplanten dritten Termin in nur wenigen Monaten zusammen mit ihm. Nach dem "Werkstattbericht" über Robls aktuellen, derzeit sich aber noch in Arbeit befindlichen Roman "Gerechtigkeit gibt’s nicht einmal im Himmel" und der bevorstehenden Schemm-Stunde steht der Stiftländer am 6. Dezember erneut auf Michaela Härtls Gäste- und Autorenliste. Dann wird er sein Weihnachtsbilderbuch: "Die Krippe am Schützweiher" vorstellen und daraus zitieren.

Der Eintritt für den "Otto Schemm G’schichtenabend" am Freitag, 25. Oktober, ist frei. Die Türen werden rechtzeitig vor Veranstaltungsbeginn geöffnet, damit jeder einen guten Platz findet.

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Werner Robl
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Veröffentlicht am:
20. 10. 2019
17:08 Uhr

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Veröffentlicht am:
20. 10. 2019
17:08 Uhr