Münchberg

Ein Neubau für zwei Schulen

Einstimmig beschließt der Stadtrat Münchberg, Grund- und Mittelschule zusammenzuführen. Wo das neue Schulzentrum entsteht, wird sich erst später entscheiden.



Einige Jahre dauert es noch, aber die Weichen sind gestellt: Münchberger Schüler erhalten ein funkelnagelneues Schulzentrum, im dem Lernen noch mehr Spaß machen soll. Symbolfoto: Felix Kästle/dpa
Einige Jahre dauert es noch, aber die Weichen sind gestellt: Münchberger Schüler erhalten ein funkelnagelneues Schulzentrum, im dem Lernen noch mehr Spaß machen soll. Symbolfoto: Felix Kästle/dpa  

Münchberg - Der Beschluss ist einstimmig gefallen: Münchberg bekommt ein neues Schulzentrum (wir berichteten bereits kurz). Einhelliger Tenor in der Sitzung des Stadtrates war, dass Münchberg als moderne Schul- und Sportstadt auch ein modernes Schulzentrum braucht. Das bedeutet, dass die in der Kreuzbergschule angesiedelte Grundschule und die Mittelschule in Poppenreuth in einem Neubau zusammengeführt werden. Für diesen Beschluss gab es spontanen Beifall. Das Thema "Schulkonzept" hatte rund 40 Interessierte in den Sitzungssaal gelockt. Die Stühle reichten nicht aus, es mussten weitere herbeigeschafft werden. Keiner der Stadträte hat je erlebt, dass eine Grundsatzentscheidung von so vielen Zuschauern beklatscht wurde.

Vor der Abstimmung hielt Bürgermeister Christian Zuber ein zwölf Seiten umfassendes Plädoyer für den Vorschlag der Stadtverwaltung, den Neubau eines Schulzentrums einer Generalsanierung beider Häuser vorzuziehen. Dies ist auch die Empfehlung des Regensburger Fachbüros "conceptk", das die 127 Seiten starke Machbarkeitsstudie "Schulkonzept 2020" erstellt und die Vor- und Nachteile der drei Varianten analysiert hat: Neubau eines Schulzentrums, Sanierung der beiden Schulhäuser oder ein "Campus Kreuzberg" mit Grund- und Mittelschule am Standort der Kreuzbergschule. Zuber stellte die wichtigsten Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vor, flocht eigene Gedanken ein und verlas Stellungnahmen der Schulleiter, die sich beide für einen Neubau aussprachen. André Ott von der Mittelschule Poppenreuth ließ keinen Zweifel daran, dass er die Mittelschule als Teil der Stadt sieht. Er nannte die Nachteile des Standorts in Poppenreuth. Alle Unterrichtsgänge, Kooperationen mit Stadtbücherei und anderen Einrichtungen sowie Betriebsbesichtigungen und -erkundungen im Rahmen der Berufsorientierung oder auch Unterrichtsverschiebungen erforderten enormen Zeitaufwand für den Bustransport. Außerdem meinte er, dass ein gemeinsames Schulzentrum helfe, die Vorbehalte gegen die Mittelschule abzubauen, da die Grundschüler von Anfang an mit ihr vertraut seien. Udo Schönberger von der Grundschule zeigte sich überzeugt, dass es Grund- und Mittelschule gelingt, ein modernes Konzept für einen gemeinsamen Schulkomplex aufzustellen.

Wo dieses Schulzentrum entstehen soll, war allerdings nicht Thema der Sitzung. Bürgermeister Christian Zuber ließ wissen, dass es mehrere Standortvarianten gebe, deren Vor- und Nachteile man eingehend prüfe. Er verriet nur so viel: "Nicht alle infrage kommenden Grundstücke befinden sich in städtischem Besitz." Für die Bau- und Planungszeit sprach Zuber von fünf bis sieben Jahren. Wichtig sei es auch, sich Gedanken um eine Nachnutzung der beiden Schulhäuser zu machen und bereits jetzt mögliche Förderprogramme im Auge zu behalten.

Ein wichtiger Punkt in der Machbarkeitsstudie ist die Kostenprognose. Für die Generalsanierung der Mittelschule Poppenreuth ermittelte das Fachbüro Investitionen von 15,6 Millionen Euro, für die Sanierung der Kreuzbergschule 13,9 Millionen und für den "Campus Kreuzberg" 26,2 Millionen. Die Schätzkosten für einen Neubau an einem alternativen Standort betragen 27,7 Millionen Euro. Bürgermeister Zuber ergänzte, dass bei den Schätzungen weder die Kosten für Interimsbauwerke, die bei den Gebäudesanierungen notwendig wären, noch die Grundstückskosten im Falle eines Neubaus enthalten sind. Er sieht in einem Neubau die bessere Chance, das pädagogische Konzept umzusetzen, das Lehrer, Vertreter der Stadt und Verwaltung sowie Eltern und Schüler in Workshops erarbeitet haben - "Um eine Schule der Zukunft und eine Schule mit Zukunft" zu schaffen, wie Zuber sagte. Der Bau eines Schulzentrums biete auch die Chance, "Sportanlagen und eine Dreifachhalle für eine zukunftsfähige Sport- und Schullandschaft zu schaffen".

SPD-Stadtrat Stephan Fichtner sagte, seine Fraktion stimme vorbehaltlos einem Neubau zu. "Wir wollen zielgerichtet und zukunftsorientiert mit unseren Schulen in die Zukunft gehen." Auch die CSU-Fraktion stimmte dem Neubau zu. "Wir sind vom Konzept überzeugt", verkündete Sprecher Karsten Broderdörp, der nicht nur die neue Schule, sondern auch den Bau von Sportanlagen und einer Dreifachhalle für wichtig hält. "Die Halle brauchen die Schüler und die Vereine." Für den zu fassenden Beschluss schlug er Ergänzungen vor, die der Bürgermeister gleich einarbeitete. Zuber versprach, das Schulkonzept in den kommenden Bürgerversammlungen vorzustellen. Max Petzold, MWG, sagte: "Auch wir wollen ein modernes, schönes und großzügiges Schulzentrum an zentraler Stelle mit einer Dreifachhalle."

Als einer, "der Schulen in Oberfranken auf allen Ebenen erlebt hat", empfahl CSU-Stadtrat Lothar Böhm, einen Neubau zu errichten und Zwischenlösungen zu meiden. Sein Fraktionskollege Thomas Schnurrer freute sich über die "Rekordbeteiligung" von Zuhörern und forderte, "auf dem langen Weg zur neuen Schule" die Bevölkerung mitzunehmen. Reiner Schneider, SPD, äußerte die Bitte, den Bau einer Dreifachhalle in dem Beschluss mit zu verankern. Hermann Seiferth, SPD, meinte, dass schon allein die Verkehrssituation im Bereich der Kreuzbergschule für einen Neubau spreche.

Schließlich verlas Bürgermeister Christian Zuber den Beschluss, mit dem die Verwaltung beauftragt wird, sich intensiv mit der Finanzierung, einem Nachnutzungskonzept, der Grundstücksfrage und der Verkehrsanbindung zu befassen und Stadtrat und Öffentlichkeit regelmäßig zu informieren. Zudem soll im neuen Schulzentrum eine Dreifachhalle entstehen. Nachdem die Räte einstimmig zugestimmt hatten, gab es den eingangs erwähnten Beifall.

Autor

Irene Gottesmann
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Veröffentlicht am:
13. 12. 2019
18:42 Uhr

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Irene Gottesmann

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13. 12. 2019
18:42 Uhr