Münchberg

Forderung nach Rad- und Fußweg

Wer in Wüstenselbitz zum Bahnhof muss, begibt sich in Gefahr. In Helmbrechts haben die Bürger viele Anregungen und Ideen.



Zum Wüstenselbitzer Bahnhof zu kommen, ist für Fußgänger nicht ungefährlich, weil auf der viel befahrenen Straße kein Fußgängersteig vorhanden ist. Foto: Bußler
Zum Wüstenselbitzer Bahnhof zu kommen, ist für Fußgänger nicht ungefährlich, weil auf der viel befahrenen Straße kein Fußgängersteig vorhanden ist. Foto: Bußler  

Helmbrechts - Die Helmbrechtser machen sich Gedanken um ihre Stadt. Im Vorfeld der Bürgerversammlung sind zwei schriftliche Anfragen im Rathaus eingegangen, und auch während der Versammlung gab es viel Gesprächsbedarf.

Aus dem Rathaus

Stefan Pöhlmann gab interessante Zahlen bekannt. Demnach sei die Zahl der Einwohner auf 8911 zurückgegangen, wobei es mit 128 fast doppelt so viele Sterbefälle wie Geburten (52) gab. Beim Saldo der Weg- (421) und Zuzüge (453) ergibt sich dagegen ein Plus. Helmbrechts bleibt eine Einpendler-Stadt: 4208 Arbeitsplätzen (Vorjahr: 4089) stehen 3476 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die hier wohnen, gegenüber.

Für den Jugendstadtrat berichteten Yannick Frisch, Moritz Heß und Maximilian Bächer unter anderem über die Zukunftswerkstatt und das Holi-Festival. Ziel des Gremiums ist auch, in der jungen Generation das Bewusstsein für Demokratie und Kommunalpolitik zu wecken. Einige frühere Jugendstadträte kandidieren heute zur Stadtratswahl.

Martin Weigold informierte über seine Arbeit als Leerstandmanager. In Helmbrechts gibt es 246 Leerstände, wobei 30 Eigentümer noch nicht erreichbar waren, vor allem weil sie sich im Ausland aufhalten. 32 Hausbesitzer zeigten sich gesprächsbereit für Vermietung oder Verkauf. Warum so viele ausländische Investoren Immobilien kaufen, konnten weder Weigold noch der Bürgermeister sagen.


Anfrage Nummer eins drehte sich um die Straßenbeleuchtung : Marlies und Wolfgang Löffler stören sich daran, dass die Straßenlampen freitags auch tagsüber leuchten. Das, so finden sie, sei Energieverschwendung. Wenn die Bürger aufmerksam seien und eventuelle Schäden zeitnah meldeten, brauche es tagsüber kein Licht. Bürgermeister Stefan Pöhlmann erklärte zunächst, warum die Lampen freitags brennen. Immer freitags erfolgten seitens der Licht- und Kraftwerke die Reparaturen kaputter Lampen. Aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten sei es kostengünstiger, die Lichter dafür brennen zu lassen, als sie zu Kontrollzwecken öfters ein- und auszuschalten. Nachzulesen sei die Begründung auf der Homepage der Licht- und Kraftwerke unter der Rubrik "Tipps und Informationen".

Joachim Peters hält den Bau eines Fuß- und Radwegs zwischen der Parkstraße und dem Bahnhof in Wüstenselbitz entlang der Kreisstraße 24 für notwendig. Er moniert: "Derzeit gibt es dort nicht einmal einen befestigten Gehsteig, was vor allem für Fußgänger, die mit dem Zug fahren wollen, eine große Gefahr birgt, zumal genug Autofahrer sich rücksichtslos verhalten."

Laut Bürgermeister Pöhlmann ist der Landkreis zuständig, bei dem die Stadt in dieser Sache schon vorstellig gewesen sei. Das Projekt sei mittlerweile im Radwegkonzept enthalten und kommt, wie Kreisrat Christian Rose ergänzend mitteilte, mittelfristig zum Tragen. Gerade der Weg zum Bahnhof, sagte Joachim Peters, sollte ungefährdet möglich sein, zumal von Wüstenselbitz aus stündlich ein Zug fahre, der eine gute Verbindung nach Nürnberg und München mit sich bringe. "Das ist ein Pfund, mit dem man wuchern sollte", findet Peters.

Im weiteren Verlauf der Versammlung behandelte der Bürgermeister noch Fragen aus den Zuhörerreihen.

Günter Werdecker wollte wissen, ob sich nach seiner Anfrage im Vorjahr in Sachen überdachte Unterstellmöglichkeiten an den Bushaltestellen an der Bäckerei Fischer und am Bahnhof etwas getan hat. Dazu informierte der Rathauschef, an der Station in der Pressecker Straße bedarf es für eine gute Lösung zusätzlichen Platz. Dieses Problem sei aber inzwischen gelöst, weil sich die Eigentümer von Grundstücken bereit erklärt haben, Flächen zu verkaufen. Somit stehe dort der Errichtung eines Bushäuschens nichts im Weg, sofern der Stadtrat die Mittel bewilligt. Für den Bereich am Bahnhof sei ebenfalls ein Bushäuschen geplant.

Thilo Scheler sprach das leidige Thema Müll rund um die Container am Weinberg an. Im Zweifelsfall sollte man diesen Stellplatz aufgeben und dafür über eine Erweiterung der Wertstoffhof-Öffnungszeiten nachdenken. Es könne nicht sein, dass die Stadt für die Unvernunft einzelner Leute aufkommen müsse. Die Ansicht von Günter Werdecker, es sei immer noch besser, der Abfall werde wegen der garantierten Entsorgung dort statt im Wald abgelagert, wollten nicht alle teilen. Das "wilde" Hinterlassen von Müll sei immer zu verurteilen. Pöhlmann versprach, nach einer Lösung zu suchen und dafür auch eine Videoüberwachung des Platzes in Betracht zu ziehen. Wolfgang Feilner meinte, es sei sinnvoll die Recyclingfirma telefonisch um Abholung der Behälter zu bitten, wenn diese voll sind. Eine Telefonnummer stehe auf den Containern. "Je mehr Leute dort anrufen, desto eher werden die Behälter geleert."

Werner Rademacher prangerte die unsachgemäße Entsorgung von Beuteln mit Hinterlassenschaften von Hunden an. Manche Tierhalter legten die Beutel einfach auf der Zeppelintreppe ab.

Harald Rauh bemängelte, dass in der Innenstadt viele Leute ihre Autos im Parkverbot abstellen. Besonders extrem sei es vor der Sparkasse. In Münchberg würden solche Verstöße öfters überwacht und geahndet. Laut Pöhlmann gebe es zwar eine Vereinbarung mit der Polizei in Naila, aber seitens dieser Behörde steht nicht immer genügend Personal zur Verfügung. Aus dem Publikum kam der Vorschlag, ein Hinweisschild auf den Brauersparkplatz anzubringen, von wo aus man alle innerstädtischen Ziele zu Fuß schnell erreichen könne.

Schließlich ging es um die Blühflächen . Bürgermeister Pöhlmann freute sich über einen Sinneswandel: "Früher kamen Beschwerden, warum der Bauhof nicht mäht. Heute rufen die Leute an und bitten darum, die Pflanzen stehen zu lassen."

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Werner Bußler
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Veröffentlicht am:
27. 11. 2019
17:32 Uhr

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Werner Bußler

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Veröffentlicht am:
27. 11. 2019
17:32 Uhr