Münchberg

Mehr Service im Weißdorfer Rathaus

Die Gemeinde tritt ihre Förderung für eine Glasfaseranbindung im Rathaus an Sparneck ab und damit die Aussicht auf schnelleres Internet. Dafür soll das Verwaltungs- angebot in Weißdorf erweitert werden.



Die Gemeinde Weißdorf hätte sich für einen Glasfaseranschluss für das Rathaus entscheiden können. Die Förderung überließ sie aber der Verwaltungsgemeinschaft Sparneck. Symbolfoto: Jan Woitas/dpa
Die Gemeinde Weißdorf hätte sich für einen Glasfaseranschluss für das Rathaus entscheiden können. Die Förderung überließ sie aber der Verwaltungsgemeinschaft Sparneck. Symbolfoto: Jan Woitas/dpa   » zu den Bildern

Weißdorf - Die Gemeinde Weißdorf hat mit einem Gemeinderatsbeschluss der Verwaltungsgemeinschaft Sparneck seinen Förderhöchstbetrag für eine Glasfaseranbindung übertragen. Die Verwaltungsgemeinschaft Sparneck hatte sich bereits dafür entschieden, für diesen Zweck Mittel einzuplanen. Die Förderung beträgt 90 Prozent auf den Förderhöchstbetrag von 20 000 Euro. Die voraussichtlichen Gesamtkosten für die VG Sparneck-Weißdorf betragen somit etwa 40 000 Euro, damit könnte der Fördersatz von 90 Prozent voll ausgeschöpft werden.

Auch die Gemeinde Weißdorf hätte sich für einen Glasfaseranschluss für das Rathaus entscheiden können, wie Bürgermeister Heiko Hain erläuterte. Ein Angebot der Telekom beläuft sich auf über 32 000 Euro. Durch die Deckelung auf 20 000 Euro ergäbe sich für Weißdorf ein Zuschuss von 62 Prozent. Weil aber die hauptsächlichen Anwendungen auch für die Gemeinde Weißdorf über die Rathausverwaltung von Sparneck laufen, würde es Sinn machen, dort höhere Bandbreiten durch einen Glasfaseranschluss zu realisieren, war der Vorschlag der Verwaltung. Der Gemeinderat folgte dem Vorschlag.

Die 30 Mbit/s im Download seien momentan für Weißdorf ausreichend, sagte Hain. Mittelfristig sollte man sich allerdings mit der neuen Gigabit-Richtlinie der Freistaates befassen, damit könnten auch höhere Richtgeschwindigkeiten für größere Siedlungsbereiche erreicht werden.

Sonja Ramming, Fraktionssprecherin der ÜFWG, erklärte gegenüber der Frankenpost, dass ihre Fraktion der Übertragung der Fördermittel an die VG Sparneck-Weißdorf grundsätzlich positiv gegenübersteht. Man möchte aber die Zustimmung nicht so verstanden wissen, dass damit die Verwaltungsdienstleistungen im Weißdorfer Rathaus weiter reduziert werden. "Vielmehr ist unserer Auffassung nach eine Ausweitung des derzeitigen Angebotes dringend geboten."

Gerade die vergangenen Monate hätten gezeigt, dass eine "Entzerrung des Parteiverkehrs" notwendig werden kann und dass technisch vieles möglich sei. Aufgrund der Altersstruktur in der Gemeinde Weißdorf und der Bemühungen im Rahmen des "Marktplatzes der Generationen" sei es nötig, dass die von den Bürgern am meisten nachgefragten Verwaltungsdienstleistungen, wie Leistungen des Einwohnermeldeamtes, vor Ort angeboten werden. Damit könnte die VG auch ein positives Signal gegen den allgemeinen Trend zu Schließungen wie bei der Post, bei Metzgern, Bäckern oder Gaststätten, setzen. Aufgrund der Personalausstattung der VG halte man eine Öffnung des Weißdorfer Rathauses an jeweils einem Vormittag und einem Nachmittag in der Woche für möglich, ohne dass personelle Mehrkosten entstünden. Die ÜFWG fordert den Bürgermeister auf, dass ein entsprechender Tagesordnungspunkt bei der nächsten Gemeinschaftsversammlung behandelt wird.

Dieser Beschluss bedeute nicht das Aus für die ohnehin schon eingeschränkten Öffnungszeiten in Weißdorf bedeute, wie Bürgermeister Hain in einer Stellungnahme klarstellte. Eher sei das Gegenteil der Fall: "Ich wünsche mir schon länger erweiterte Öffnungszeiten im Weißdorfer Rathaus. Auch das Beantragen von Ausweisen sollte mit dem vorhandenen 50 MBit-Anschluss möglich sein".

Das sei vor allem ein Service für ältere und weniger mobile Bürger. Die älteren Bürger stünden derzeit mit dem Förderprogramm "Marktplatz der Generationen" im Fokus der Gemeinde (siehe Artikel unten). "Wir wollen alles tun, um das Leben für die Älteren hier vor Ort attraktiver zu machen", so Hain. Man beklage zu Recht, wenn sich Post und Banken aus der Fläche zurückziehen oder Geschäfte schließen. "Die Verwaltungsgemeinschaft kann hier mit gutem Beispiel vorangehen und die Lebensqualität in Weißdorf verbessern", ist der Bürgermeister überzeugt. Hain, zurzeit auch Gemeinschaftsvorsitzender der VG Sparneck, betont jedoch auch, dass auch mit erweiterten Öffnungszeiten der Hauptsitz der Verwaltung in Sparneck sei und dass nicht alle Verwaltungsdienstleistungen in Weißdorf angeboten werden können. So sei auf jeden Fall für bauliche Angelegenheiten oder Kassengeschäfte der Gang nach Sparneck notwendig.

Hain erklärte, dass die personellen und technischen Voraussetzungen für die Erweiterung der Öffnungszeiten im Rathaus Weißdorf geprüft würden. Er hofft, dass sich das Vorhaben zum Jahresbeginn 2021 verwirklichen lässt. Der Ball liegt nun bei der Gemeinschaftsversammlung. Diese ist paritätisch mit den Bürgermeistern und Gemeinderäten aus Sparneck und Weißdorf besetzt.

Autor

Helmut Engel
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
11. 09. 2020
19:14 Uhr

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Helmut Engel

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11. 09. 2020
19:14 Uhr