Wunsiedel

Landkreis sucht Pflegeeltern

Manchmal kann es angebracht sein, Kinder aus ihren leiblichen Familien zu nehmen. Entweder auf Zeit, oder dauerhaft. Für sie sucht das Kreisjugendamt Ziehfamilien.



Wunsiedel - "Suche Kinderzimmer mit Vollpension in Familien-WG mit netten Eltern." - So, oder so ähnlich könnte eine Anzeige aussehen, mit der ein Kind ein neues Zuhause sucht. Und das sind auch im Fichtelgebirge gar nicht so wenige. Insgesamt leben im Landkreis Wunsiedel derzeit 89 Pflegekinder und -Jugendliche in Pflegefamilien. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen ist in den zurückliegenden Jahren deutlich angestiegen. Darüber informiert das Landratsamt.

Ansprechpartner

Für weitere Informationen stehen die Sozialpädagoginnen des Pflegekinderdienstes des Kreisjugendamtes Wunsiedel zur Verfügung: Heike Burger, Telefon 09232/80321; Doris Fröhlich, Telefon 09232/80312; Jasmin Köstler, Telefon 09232/80317, und Melanie Reuß, Telefon 09232/80347.

 

"Pflegekinder" sind keine pflegebedürftigen Kinder oder Jugendlichen, sondern Kinder oder Jugendliche, für die aus verschiedensten Gründen - oft vorübergehend - ein Platz in einer anderen Familie als ihrer eigenen Familie gesucht werden muss. Denn immer öfter würden Eltern aus verschiedensten Gründen als Erziehungspersonen für einige Zeit ausfallen, heißt es in der Mitteilung. Dann versuche das Kreisjugendamt Wunsiedel vorrangig, die betroffenen Kinder in einer geeigneten Pflegefamilie unterzubringen. Pflegefamilien helfen somit, einen Heimaufenthalt für das betroffene Kind zu vermeiden.

 

Das Kreisjugendamt sucht deshalb Paare oder Personen, die bereit sind, ihre Familie für ein fremdes Kind zu öffnen und dieses als Pflegekind eine Zeit lang - in manchen Fällen auch dauerhaft - in ihrer Familie aufzunehmen. Pflegefamilien können Familien mit Kindern, Alleinstehende, Patchworkfamilien oder gleichgeschlechtliche Paare sein. Wird ein Kind in eine Pflegefamilie aufgenommen, wird die Pflegefamilie für die gesamte Dauer des Pflegeverhältnisses von den Fachkräften des Pflegekinderdienstes des Jugendamtes unterstützt. Die Pflegefamilien erhalten vom Kreisjugendamt für die Betreuung des Pflegekindes ein monatliches Pflegegeld. Außerdem werden den Pflegeeltern Fortbildungen und Supervision angeboten.

Das Landratsamt weist darauf hin, dass Pflegekinder keine Adoptivkinder sind. In den meisten Fällen sei das Ziel, die Kinder wieder an die leiblichen Eltern zu übergeben. Während die Kinder in einer Pflegefamilie untergebracht sind, finden in der Regel Kontakte und Umgänge zwischen den leiblichen Eltern und den Kindern statt, um die Beziehung aufrechtzuerhalten und zu fördern. In einigen Fällen kann sich aus der vorübergehenden Unterbringung der Kinder auch ein Dauerpflegeverhältnis entwickeln. Das heißt, die Kinder können auch bis zur Volljährigkeit in ihrer Pflegefamilie bleiben - in Ausnahmefällen auch bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres.

Pflegeeltern sollten Freude und Erfahrung im Umgang mit Kindern haben, belastbar, einfühlsam, offen und tolerant sein, schreibt das Landratsamt. Zudem sollten Pflegeeltern bereit sein, mit den leiblichen Eltern und dem Jugendamt zusammenzuarbeiten. Wer Interesse daran hat und Kindern und Jugendlichen einen "Platz mit Wärme" bieten kann, wird gebeten, ein unverbindliches Informationsgespräch mit den Fachkräften des Pflegekinderdienstes zu vereinbaren. " Ein Pflegekind aufzunehmen, ist eine schöne Aufgabe, aber auch eine Herausforderung für die Pflegeeltern. Es muss versorgt, betreut, beschützt und gefördert werden. Die Pflegefamilie muss sich auf das neue Familienmitglied einstellen, und dies hat gegebenenfalls Auswirkungen auf die gesamte Familie", heißt es in der Mitteilung.

Der Anerkennung als Pflegefamilie gehen ein Eignungsüberprüfungsverfahren und ein dreitägiges Seminar voraus. Das Seminar gibt Tipps für den Alltag, pädagogische Ratschläge, rechtliche Hinweise und Hilfestellungen beim Umgang mit den leiblichen Eltern. Interessenten sollten über ausreichend Wohnraum verfügen und finanziell abgesichert sein. Vorstrafen, Suchterkrankungen und psychische Erkrankungen sind Ausschlussgründe. Des Weiteren muss die Bereitschaft bestehen, mit dem Jugendamt zu kooperieren und zum Wohle der Kinder einen gemeinsamen Weg zu gehen. red

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Veröffentlicht am:
18. 05. 2020
16:54 Uhr

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18. 05. 2020
16:54 Uhr