Lokalsport

ATS Kulmbach zieht Reißleine

Der Kreisligist stürzt nach vier Niederlagen in Serie auf einen Abstiegsplatz. Jetzt muss Trainer Ingo Walther gehen. Florian Hohla soll den Negativtrend stoppen.



Entlassen: Ingo Walther ist nicht mehr Trainer des ATS Kulmbach. Foto:Archiv
Entlassen: Ingo Walther ist nicht mehr Trainer des ATS Kulmbach. Foto:Archiv  

Der ATS Kulmbach und Ingo Walther gehen ab sofort getrennte Wege. Das teilte der zuletzt arg gebeutelte Fußball-Kreisligist gestern in einer Pressemitteilung mit. "Die Trainerentlassung war keine Kurzschlussreaktion, sondern das Ergebnis einer Analyse der vergangenen Wochen im Kreise der Vorstandschaft. Ingo Walther hat die Mannschaft nicht mehr erreicht", erläuterte Christian Kolb auf Nachfrage der Frankenpost. Der Abteilungsleiter Fußball beim ATS Kulmbach präsentierte am Tag der Entlassung auch gleich den Nachfolger: Es ist der 39-jährige Florian Hohla, der seit 2010 beim ATS spielt und auch schon mal drei Jahre die Funktion des sportlichen Leiters inne hatte. Mit seiner Erfahrung im Verein, dem persönlichen Zugang zu den Spielern und seiner Vita als Fußballer - er kickte für den TSV Neudrossenfeld in der Landesliga - soll Hohla die Mannschaft wieder in die richtigen Bahnen leiten, hoffen Kolb und alle anderen Verantwortlichen im Verein.

Ähnliches hatte man sich im Januar dieses Jahres von Ingo Walther erhofft, als er in der Rückrunde der vergangenen Bezirksliga-Spielzeit das Traineramt übernahm. In den verbleibenden zehn Spielen konnte er den Abstieg in die Kreisliga allerdings nicht verhindern. Dennoch wollte der ATS mit ihm den Neuanfang wagen: Der Vorstand schenkte Walther aufgrund seiner Erfahrung und der einst erlangten Erfolge mit dem ATS Kulmbach das Vertrauen, die Mannschaft zu stabilisieren und mittelfristig wieder nach oben zu führen.

Es kam anders. Nach 16 absolvierten Spielen der aktuellen Spielzeit steht das Team nach zuletzt vier Niederlagen in Folge - darunter auch das 1:2 im Stadtderby gegen den TSV 08 - mit nun gerade mal 15 Zählern erneut auf einem Abstiegsrang und droht durchgereicht zu werden in die Kreisklasse. "In einer solchen Situation müssen wir als Vorstand einfach reagieren und versuchen, der Mannschaft einen neuen Impuls zu geben", betont Kolb. Die Mannschaft, sagt er weiter, habe sein "uneingeschränktes Vertrauen, den Negativtrend umzukehren".

Seine Entlassung hat den 49-jährigen Walther nur bedingt überrascht. Der ehemalige Zweitliga-Profifußballer ist lang genug im Geschäft, als dass er nicht wüsste, was im Fußball zählt: Ob in der Bundesliga oder in der Kreisklasse - die Ergebnisse müssen passen. Und die, räumt Walther ein, haben zuletzt ganz einfach nicht gestimmt.

Er nennt auch Gründe dafür: Die dünne Personaldecke - zuletzt saßen bei den Spielen oft nur zwei Mann auf der Bank -, dazu machte die schwache Trainingsbeteiligung in den vergangenen Wochen kaum noch vernünftige Übungseinheiten möglich. "Ich warte jetzt mal ab, was geschieht" - sowohl die eigene Zukunft betreffend, als auch die seiner nun ehemaligen Elf des ATS.

Florian Hohla, der neue Trainer, ist sich der Schwere der Aufgabe bewusst. Die nächsten vier Spiele bis zur Winterpause werde er die Mannschaft trainieren, darauf habe er sich mit dem Vorstand verständigt. Danach werde man sich zusammensetzen und beraten, ob es für beide Seiten passt. Er sei ob seiner Nähe zu Mannschaft und Spielern "positiv gestimmt. Alles ist auch eine Frage der Mentalität und Einstellung", sagt er und hofft auf den Hallo-wach-Effekt des Trainerwechsels.

Die Maximalausbeute aus den ausstehenden vier Spielen bis zur Winterpause wären zwölf Punkte, holte Hohla mit dem ATS wenigstens die Hälfte, wäre er schon zufrieden. Am Samstag, 14 Uhr, geht es daheim gegen den bisher sieglosen Tabellenletzten SV Ramsenthal. Das Punktesammeln sollte beginnen. Im Winter soll dann der Kader verstärkt, noch zwei, drei Spieler geholt werden. Kolb: "Uns ist klar, dass wir auch in dieser Hinsicht reagieren müssen."

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Thomas Schuberth-Roth
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Veröffentlicht am:
21. 10. 2019
17:12 Uhr

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Thomas Schuberth-Roth

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21. 10. 2019
17:12 Uhr