Sport

DOSB will mit Hygienekonzept Hilfestellung leisten

Mit einem «Rahmen-Hygienekonzept» gibt der Deutsche Olympische Sportbund den Vereinen und Verbänden bei der Organisation von Wettkämpfen eine weitere Hilfestellung in der Pandemie. Zugleich soll es für mehr Akzeptanz bei Politik und Behörden sorgen.



Alfons Hörmann
Alfons Hörmann ist der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).   Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Bittere Absagen, drastische Einschränkungen und restriktive Zuschauerzahlen:

Der Deutsche Olympische Sportbund hat ein «Rahmen-Hygienekonzept» vorgelegt, von dem Verbände und Vereine bei der Organisation vor Sportwettkämpfen bis hin zu Weltmeisterschaften in der Corona-Krise profitieren sollen.

«Mit diesem bundesweiten Hygiene-Rahmenkonzept wollen wir Hilfe zur Selbsthilfe leisten», sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. «Gleichzeitig werben wir gegenüber Politik und Verwaltungen für die breite Akzeptanz dieser geprüften Standards.» Zumal es mit dem Gütesiegel «TÜV-geprüft» versehen sei.

Der Sport werde sich weiterhin konsequent und diszipliniert an die Regeln halten und sei nachweislich kein Infektionstreiber. Selbst die Chefs der Staatskanzleien der Länder hätten laut Hörmann am vergangenen Montag bei einer Videoschalte attestiert, dass keine «Superspreader» oder Sondersituationen bei einem Sportevent mit Infektionen aufgetreten seien. «Es waren ausnahmslos alle Bundesländer dabei. Und keiner konnte ein einziges Beispiel nennen, dass der Sport zur Gruppe der Problem- und Sorgenkinder gehört», so Hörmann.

Dennoch habe man diese einheitlichen DOSB-Standards entwickelt, um eine Orientierung und einen Handlungsrahmen zu bieten, «der Verbänden, Vereinen und Veranstaltern sowie auch allen anderen in Politik und bei Behörden zeigen soll, wie es gehen könnte», so Hörmann. «Je sensibler und schwieriger die Rahmenbedingungen, desto konzeptioneller und professioneller muss man ans Werk gehen.»

Das DOSB-Konzept könne «wertvoll befruchten und unterstützen», aber nicht alle Probleme und Hürden «in dieser maximal komplizierten Gemengelage» überwinden. «Dass man das nicht im Sinne von Schalter umlegen und einmal Fingerschnipsen mit Wünsch-dir-was erledigen kann, ist klar», sagte der 60-jährige DOSB-Chef. «Jetzt in so einer Phase konzeptionslos durch die Gegend zu gehen oder zu sagen, wir wissen es auch nicht recht, kann nicht die Antwort sein.»

Das Rahmenkonzept ist laut DOSB ein zentraler Basisbaustein. Je nach Art und Größe der Veranstaltung, vom Sportfest im Verein bis zur Durchführung einer Weltmeisterschaft, könnten die Veranstalter eigenständig sportart- und veranstaltungsspezifische Bausteine ergänzen. Neben generellen Vorgaben würden die Basisstandards den Veranstaltern für Athlet, Trainer, Zuschauer oder Helfer eine sichere Begleitung durch alle Phasen einer Veranstaltung, von der Anmeldung und Anreise bis zum sicheren Verlassen der Sportstätte und einer dokumentierten Kontaktnachverfolgung bieten.

«Für die Spitzenverbände ist das eine unglaubliche Hilfestellung», sagte Basketball-Präsident Ingo Weiss, der Sprecher der deutschen Spitzenverbände. «Was der DOSB gemacht hat, gibt uns die Sicherheit, dass wir souverän unseren Sport in welcher Art und Weise anbieten können.» Außerdem erleichtere es den Umgang mit den für die Genehmigung von Sportveranstaltungen zuständigen Behörden und Gesundheitsämtern. «Das Konzept gibt jedem etwas in die Hand, vom Verein angefangen bis zum Bundesverband, auch entsprechen Lobbyarbeit bei ihren Ämtern zu machen», so Weiss, der auch Präsident des Deutschen Basketball Bundes ist.

Auch die Sportausschussvorsitzende des Bundestages, Dagmar Freitag begrüßt das Bemühen des DOSB, «möglichst weitreichende Handlungsempfehlungen» für Verbände und Vereine für den Sport in Corona-Zeiten zu erarbeiten. «Inwieweit diese tatsächlich vollumfänglich umzusetzen sind, obliegt zuallererst der Beurteilung derjenigen, die dann in der Praxis mit den konkreten Maßnahmen befasst sind», meinte die SPD-Politikern.

Die besten Konzepte für Sportwettbewerbe können aber auch nicht alle Bedenken in der Pandemie vom Tisch wischen. So hat der Deutsche Schwimm-Verband seine Titelkämpfe angesagt, weil es trotz eines gut durchdachten Hygienekonzeptes nicht möglich gewesen sei,«die Wettkämpfe in Berlin mit vertretbarem gesundheitlichen Risiko für alle Teilnehmer durchzuführen», lautete die Begründung des DSV.

© dpa-infocom, dpa:201023-99-50222/3

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23. 10. 2020
14:29 Uhr

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