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Ex-Schalker Höwedes: «Trainerwechsel war unumgänglich»

Schalke 04 ist seit 20 Bundesligaspielen ohne Sieg und geht als großer Außenseiter in das prestigeträchtige Revierderby am Samstag beim BVB. Ex-Kapitän Benedikt Höwedes sieht Schalke dennoch nicht chancenlos.



Benedikt Höwedes
War viele Jahre Kapitän auf Schalke: Ex-Profi Benedikt Höwedes.   Foto: Guido Kirchner/dpa

Benedikt Höwedes hat in seinen Profi-Jahren beim FC Schalke von 2007 bis 2018 viele Revierderbys bestritten.

Doch auch nach seinem im Juni verkündeten Karriereende hat das Duell der Erzrivalen für den 32 Jahre alte Weltmeister von 2014 kaum an Reiz verloren. Vor dem Duell am Samstag (18.30 Uhr/Sky) äußert sich der Sky-Experte in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur zur schwierigen Lage der Schalker.

Frage: Der FC Schalke hat seit 20 Bundesliga-Spielen nicht mehr gewonnen. Was läuft schief?

Benedikt Höwedes: Was beim FC Schalke zuletzt schief gelaufen ist, kann man gar nicht pauschal sagen. Weil die vergangene Saison unter Trainer David Wagner sowohl positive als auch negative Ausreißer hatte. In der Hinrunde haben die Schalker über ihren Möglichkeiten gespielt, in der Rückrunde darunter. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen.

Frage: Wie kommentieren Sie den Trainerwechsel zu Manuel Baum?

Höwedes: Der Trainerwechsel war unumgänglich. Wenn man 18 Spiele nicht gewinnt, verliert die Mannschaft ein bisschen das Vertrauen zum Trainer. Es bleibt dann auf der Strecke - auch das Vertrauen in die eigene Stärke.

Frage: Sorgen Sie sich um Ihren ehemaligen Club?

Höwedes: Natürlich bereitet es mir Sorgen, dass 20 Spiele nicht gewonnen wurden und dass die Talfahrt weitergeht. Allerdings bin ich positiv gestimmt, dass Manuel Baum das mit seiner Qualität hinbekommt.

Frage: Zählt Schalke für Sie zum Kreis der Abstiegskandidaten?

Höwedes: Mit 20 Spielen ohne Sieg gehört man natürlich zum Einzugsbereich möglicher Abstiegskandidaten. Aber ich bin der Meinung, dass mit dem Trainer neue Impulse gesetzt werden und das Potenzial, was noch da ist, ausgeschöpft wird. Schalke hat einen Kader, der von der Qualität eigentlich nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben dürfte. Diese Qualität muss sich aber endlich mal auf dem Platz zeigen.

Frage: Nicht nur die sportliche, sondern auch die wirtschaftliche Lage scheint bedrohlich. Was tun?

Höwedes: Aus dieser Situation kommt man nur geschlossen heraus. Am Ende des Tages liegt alles am sportlichen Erfolg, der zurückkommen muss, um auch finanziell wieder in solidere Bahnen zu kommen. Da muss der Hebel angesetzt werden.

Frage: Hat das schwere Auftaktprogramm die ohnehin schon vorhandene Verunsicherung noch verstärkt?

Höwedes: In die Saison mit Spielen gegen den FC Bayern, Leipzig und Dortmund starten zu müssen, ist natürlich äußerst undankbar. Alle drei Teams sind Meisterschaftskandidaten. In solchen Spielen gewinnt man normalerweise nicht an Selbstvertrauen.

Frage: Mindert die schlechte Stimmung die Vorfreude auf das Derby?

Höwedes: Die Stimmungslage rund um den Verein ist sehr negativ. Deshalb herrscht unheimlicher Druck. Ein Derby bietet natürlich die große Chance, diese Blockade ein wenig zu lösen. Aber das wird keine einfache Aufgabe. Schließlich sind die Dortmunder qualitativ auf einem ganz anderen Level. Auch wenn sie gegen Lazio ein schlechtes Spiel gemacht haben.

Frage: Es heißt immer wieder, dass die aktuelle Platzierung im Derby kaum eine Rolle spielt. Ist das diesmal auch so?

Höwedes: Beim Derby ist der große Reiz die aufgeheizte Stimmung, die sich auf die Mannschaft überträgt. Dann spielt Qualität nicht eine so große Rolle. Da ist dann nur noch Kampf. Das wird diesmal anders sein, weil es ohne viel Zuschauer ruhig sein wird. Wenn man körperlich betont und sehr lauffreudig auftritt, kann man den Dortmundern wehtun. Das haben Lazio und Augsburg gezeigt. Damit kann man den jungen Dortmundern den Spaß rauben.»

ZUR PERSON: Benedikt Höwedes spielte insgesamt 16 Jahre für den FC Schalke. Nach weiteren Stationen bei Juventus Turin und Lokomotive Moskau beendete der 32 Jahre alte Weltmeister von 2014 in diesem Sommer seine Karriere. Derzeit ist er Fußball-Experte für Sky.

© dpa-infocom, dpa:201022-99-44989/4

Veröffentlicht am:
23. 10. 2020
13:53 Uhr

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dpa

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23. 10. 2020
13:53 Uhr