VER Selb

Der Strahlemann darf endlich ran

Gute Nachricht für den Eishockey-Oberligisten VER Selb: Kenny Turner ist anerkannter deutscher Staatsbürger. Er darf für die Wölfe schon am Freitag auflaufen.



Gute-Laune-Männer auch ohne Trikot: Leon Kremer (links) darf nach seinem Daumenbruch vielleicht nächste Woche wieder ran, Kenny Turner (rechts) steht schon am Wochenende vor dem Debüt für den VER.
Gute-Laune-Männer auch ohne Trikot: Leon Kremer (links) darf nach seinem Daumenbruch vielleicht nächste Woche wieder ran, Kenny Turner (rechts) steht schon am Wochenende vor dem Debüt für den VER.   Foto: Mario Wiedel

Er hat immer gute Laune versprüht. Obwohl er bislang nicht das tun durfte, für was er Ende August eigentlich nach Deutschland gekommen ist. Nämlich Eishockey spielen bei den Selber Wölfen. Kenny Turner, der Ende August von Kanada aus den Sprung nach Europa gewagt hat, blieben Oberliga-Einsätze bislang verwehrt, obwohl er aufgrund seiner Vorfahren von Geburt an Deutscher ist. Was noch gefehlt hat, war ein sogenanntes Staatsangehörigkeitsfeststellungsverfahren. Das durfte der 24-jährige Strahlemann, der die Sympathien der Wölfe-Anhänger schon bei der Mannschaftsvorstellung im Sturm erobert hat und seit seiner Ankunft in Selb fleißig Deutsch lernt, am Donnerstag persönlich im Landratsamt Wunsiedel in Empfang nehmen. Und er kann schon am Freitagabend (20 Uhr) beim Gastspiel bei den Eisbären Regensburg für die Wölfe stürmen. Seinen ersten Einsatz vor heimischer Kulisse hat Turner dann am Sonntag (18 Uhr) gegen den ERC Sonthofen.

Im Lager des VER Selb - im Besonderen natürlich bei Kenny Turner selbst - ist die Freude groß, dass es nun geklappt hat mit dem so sehnlich erwarteten Dokument. "Natürlich wird uns Kenny mit seiner Schnelligkeit und seinem Spielwitz helfen", sagt Trainer Henry Thom. "Wir dürfen nicht gleich Wunderdinge erwarten. Aber er ist voll motiviert und brennt förmlich darauf, endlich für uns spielen zu dürfen." Auch Vorsitzender Jürgen Golly ist erleichtert, dass letztlich alles so reibungslos und auch relativ schnell über die Bühne gegangen ist. "Dafür möchte ich mich im Namen des VER Selb bei allen Sachbearbeitern und Beteiligten, ob in Kanada oder natürlich auch im Landratsamt Wunsiedel, herzlich bedanken."

Auch aus medizinischer Sicht gibt es erfreuliche Nachrichten für die Wölfe. Lanny Gare, der vergangenen Sonntag in Memmingen grippegeschwächt pausieren musste, steht wieder zur Verfügung. Und auch bei Leon Kremer macht die Heilung nach dem Daumenbruch im letzten Testspiel große Fortschritte. "Ich bin guter Dinge, dass es vielleicht nächste Woche schon grünes Licht von den Ärzten gibt", sagt Trainer Henry Thom. Verbliebe Carl Zimmermann als letzter Patient im dann nur noch kleinen Lazarett. Der 20-jährige Stürmer steht nach seiner Schulterverletzung vor einer Operation und wird so schnell auch nicht mehr spielen können für die Wölfe.

Die zwei Gegner des VER an diesem Wochenende zählen zu den bisherigen Überraschungsteams der Oberliga Süd. Die Eisbären Regensburg in eher negativer Hinsicht. In der nach sieben Spieltagen freilich noch wenig aussagekräftigen Tabelle finden sich die - wieder einmal - mit DEL 2-Ambitionen gestarteten Oberpfälzer mit acht Punkten nur auf Rang zehn wieder. Sehr zum Ärger der Regensburger Fans, die mittlerweile Trainer Igor Pavlov zur Zielscheibe ihrer Kritik auserkoren haben. Der Selber Coach will sich von alledem aber nicht blenden lassen. "Die Eisbären sind sicherlich stärker, als es ihr momentaner Tabellenplatz aussagt. Und sie haben immer tierisch enge Ergebnisse gehabt. Wir wissen, dass sie gerade zuhause sehr hohes Tempo und sehr aggressiv spielen können." Natürlich hofft Thom, dass die Regensburger Ergebniskrise am Freitag noch anhält.

Zu den positiven Überraschungen der noch jungen Saison zählt der ERC Sonthofen. Die Allgäuer, die aus wirtschaftlichen Gründen ihre Oberliga-Lizenz erst im zweiten Anlauf erhalten haben, feierten zuletzt in Peiting (3:2 nach Penaltyschießen), in Lindau (7:2) und gegen Regensburg (7:5) drei Siege in Folge. Mit dem neuen Trainer Martin Ekrt, der im Januar in Höchstadt entlassen worden war, sollte ein kompletter Neustart in Sonthofen eingeleitet werden. Was gelungen scheint. Trotz aller Lizenzprobleme haben die Bulls mit insgesamt 13 Neuzugängen frühzeitig eine schlagkräftige Mannschaft um den auch in Selb bekannten Torwart Konstantin Kessler (zuletzt Lausitzer Füchse) sowie die neuen Kontingentspieler Ondrej Havlicek (Tschechien) und Edgars Homjakovs (Lettland) auf die Beine gestellt. "Sie sind breiter aufgestellt und viel stärker als noch in der vergangenen Saison", sagt Wölfe-Coach Henry Thom. Er will aber gerade in der Netzsch-Arena keine Geschenke verteilen. "Wir müssen besonders unsere Heimspiele erfolgreich gestalten", sagt Thom mit Blick auf die enge Tabelle, in der zwischen Platz zwei (Peiting) und zehn (Regensburg) gerade einmal sechs Punkte liegen. "Da geht es mit einem Sechs-Punkte-Wochenende schnell nach oben, ohne Punkte aber auch schnell nach unten. Es ist genauso, wie ich es vor der Saison erwartet habe."

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
17. 10. 2019
18:30 Uhr

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
17. 10. 2019
18:30 Uhr